
- von Ahmed Shareek
Ist ein runder Saphir für einen Verlobungsring geeignet? Schliff, Farbe und was Sie vorher wissen sollten
- von Ahmed Shareek
Sie kaufen zum ersten Mal einen Saphir? Beginnen Sie mit unserem vollständigen Saphir-Kaufratgeber für das Gesamtbild zu Farbe, Herkunft, Behandlung und Preisbildung, mit Wie der Schliff den Saphir verändert für die Schliffgrundlagen und mit Wie Sie einen GIA-Saphirbericht lesen für das Papier, das dem Stein beiliegt.
Ein runder Saphir wird anders geschliffen als ein runder Diamant, und die Unterschiede lohnen sich, bevor Sie einen kaufen. Der Brillantschliff wurde für die Optik des Diamanten ausgearbeitet. Saphir-Rohstein hat eine andere Form als Diamant-Rohstein. Keine dieser beiden Tatsachen ist auf einem Foto zu sehen, und beide verändern, was ein runder Saphir kostet und wie er sich im Ring verhält.
Dieser Text sagt zuerst, warum im deutschen Handel das Wort für diesen Stein nicht „Brillant“ lautet, dann warum der Schliff anders ausfällt, was der runde Umriss gut macht, was er Sie kostet, wie Sie einen runden Saphir selbst ansehen, was beim Fassen zu bedenken ist und wem die Form liegt. Er erklärt außerdem, warum es für einen Saphir keine Schliffnote gibt – und genau deshalb beschreibt diese Seite, worauf Sie achten sollten, statt eine Skala zu veröffentlichen.
Was auf dieser Seite nicht steht, und warum. Zahlen zum Bestand nennen wir in diesem Text nicht, weil sie sich mit jedem Verkauf ändern. Preisspannen nennen wir nicht: Eine Spanne veraltet, und unsere würde ohnehin unseren eigenen Bestand beschreiben und keinen Marktpreis. Und eine Prozentzahl für die Proportionen eines Schliffs nennen wir nicht, weil es für Farbedelsteine keine veröffentlichte Zielproportion gibt, an der sich eine solche Zahl messen ließe. Der verbindliche Preis und die verbindlichen Maße stehen auf der jeweiligen Produktseite.
Dieser Abschnitt steht vorn, weil die Bezeichnung im deutschen Handel eine andere ist als im englischen – und weil das auf einer Seite über runde Saphire unmittelbar zur Sache gehört.
Brillant ist im Deutschen kein Schliffname für beliebige Steine. Als alleinstehendes Hauptwort ist das Wort in der deutschen Handelsnomenklatur dem rund geschliffenen Diamanten vorbehalten. Ein rund geschliffener Saphir heißt deshalb bei uns Saphir im Rundschliff oder runder Saphir – und nie „Saphir-Brillant“. Wer so wirbt, verwendet eine Bezeichnung, die der Verkehr einem anderen Stein zuordnet.
Die Regel, nach der wir unsere deutschen Texte schreiben, hat drei Teile:
Eine Bezeichnung ist in Deutschland ein Teil der Ware. § 5 Abs. 1 UWG erfasst eine geschäftliche Handlung, die irreführend ist und geeignet ist, den Verbraucher zu einer Entscheidung zu veranlassen, „die er andernfalls nicht getroffen hätte“; § 5 Abs. 2 Nr. 1 UWG nennt dabei ausdrücklich die wesentlichen Merkmale der Ware „wie Verfügbarkeit, Art, Ausführung“. Art und Ausführung sind genau die Felder, in die ein Schliffname fällt.
Und es ist nicht bei der Theorie geblieben. Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 2. August 2019 (Az. 275 C 6717/19, Pressemitteilung des Gerichts vom 23. August 2019) über einen Ring entschieden, der als mit Brillanten besetzt verkauft worden war, dessen Steine aber einen anderen, einfacheren Schliff trugen. Das Gericht sah darin einen Sachmangel: maßgeblich sei die vereinbarte Beschaffenheit, und auf die Beweggründe des Käufers komme es dabei nicht an. Der Kauf konnte rückabgewickelt werden.
Daraus folgt für eine Seite wie diese zweierlei. Erstens: Ein Schliffname ist keine Dekoration, sondern eine Beschaffenheitsangabe, an der wir uns messen lassen müssen – weshalb auf unseren Produktseiten die Felder stehen, die der Laborbericht druckt, und daneben, als unsere eigene Angabe gekennzeichnet, der Handelsname, wenn einer gebräuchlich ist. Zweitens: Die Bezeichnung ist etwas, das Sie prüfen können. Fragen Sie nach der Form und der Schliffart, so wie der Bericht sie druckt, und nicht nach einem Handelsnamen.
Wir führen zu keinem Stein eine Facettenzahl an, denn eine solche Angabe gehört zum Schlifftyp und nicht zu dem Stein, der vor Ihnen liegt.
Der runde Brillantschliff wurde entwickelt, um die Lichtrückgabe im Diamanten zu maximieren, und seine Proportionen sind um die Optik des Diamanten herum gerechnet. Der Brechungsindex von Diamant liegt bei 2,42; der von Korund, dem Mineral, zu dem der Saphir gehört, bei 1,762 bis 1,770. Dieselben Proportionen bewirken in den beiden Materialien nicht dasselbe.
Schleifer geben einem runden Saphir deshalb andere Facettenwinkel und andere Proportionen als einem runden Diamanten. Die GIA druckt zu jedem Stein, über den sie berichtet, eine Form und eine oder mehrere Schliffarten, und unsere Listung gibt ihre Worte wieder – auf manchen Berichten werden Krone und Pavillon getrennt benannt, und die Listung führt dann die Felder, die der Bericht druckt.
Der zweite Unterschied liegt im Rohstein. Saphir-Rohstein ist meist ein gestrecktes sechsseitiges Prisma oder ein fassförmiger Körper, kein kompakter Block. Einen Rundschliff aus dieser Form zu arbeiten verwirft mehr vom Kristall als ein Ovalschliff oder ein Kissenschliff, die der natürlichen Streckung folgen. Umgekehrt gesagt: Aus demselben Stück Rohstein entsteht ein kleinerer runder Stein als ein ovaler.
Das ist die ganze Mechanik hinter dem Preisunterschied weiter unten, und sie braucht keine Zahl. Wie viel Rohstein bei welchem Schliff verloren geht, hängt am einzelnen Kristall; eine Ausbeutezahl zu veröffentlichen wäre eine Behauptung über eine Messreihe, die wir nicht erhoben haben.
Zahlen stehen auf dieser Seite dort, wo sie etwas festhalten: Vorschriften, Maße, Versandschwellen, Fristen. Zwei davon sind gemmologische Materialkonstanten, und die sind keine Bewertungen:
Fast alles, was auf Deutsch über die Benotung eines Farbsteins geschrieben wird, ist Diamant-Text mit ausgetauschtem Steinnamen. Für den Diamanten gibt es eine veröffentlichte Skala; für den Schliff eines Saphirs gibt es keine. Das ist kein Versehen.
Dass der Handel runde Steine anders bepreist als andere Formen, bestreitet niemand. Was es nicht gibt, ist eine veröffentlichte Benotung des Schliffs durch ein Labor. Die GIA schreibt selbst, sie „vergibt für Saphir und andere Farbsteine weder Noten noch Qualitätsanalysen“ – im englischen Original: "doesn't grade or provide quality analysis for sapphire or other colored stones." Maßgeblich ist der englische Wortlaut; die deutsche Wiedergabe ist unsere Übertragung und kein GIA-Zitat auf Deutsch. Das LMHC, das Laboratory Manual Harmonisation Committee, das die Berichtsformulierungen der großen Labore vereinheitlicht, hat zur Schliffqualität bei einem Farbstein kein Informationsblatt veröffentlicht. Die CIBJO definiert die Kategorie und hört dort auf. Ein Bericht hält die Form und die Schliffart fest; er benotet sie nicht.
Anders als beim runden Brillantschliff im Diamanten gibt es für runde Saphire keine vereinheitlichte Schliffbewertung. Die GIA vergibt für Farbsteine keine Schliffnote.
Es gibt einen Grund dafür, der tiefer liegt als die Zuständigkeit eines Labors: Für Farbedelsteine gibt es keine gemeinsame Zielproportion. Beim farblosen Diamanten ist das Material optisch immer gleich, deshalb lässt sich eine ideale Geometrie berechnen und ein Stein daran messen. Beim Saphir ist das Material der eigentliche Gegenstand. Ein heller Stein verträgt – und braucht – eine andere Tiefe als ein dunkel gesättigter. Eine Zielzahl, die für alle Farben und alle Sättigungen gelten würde, gibt es deshalb gar nicht, und ohne Zielzahl ist eine Note nicht bildbar.
Das ist auch der Grund, warum diese Seite keine Prozentzahlen enthält. Eine Zahl, die als „üblich“ ausgegeben wird, behauptet eine Messreihe und ein Ergebnis. Beides müsste es geben, und für den Schliff eines Farbsteins gibt es beides nicht.
Alles, was weiter unten steht, baut stattdessen auf dem auf, was ein Bericht und eine Rechnung wirklich festhalten: die Maße des Steins, sein Gewicht, seine Behandlung und die mitgelieferten Unterlagen – dazu auf dem, was wir am Stein sehen und Ihnen sagen können. Wo diese Seite beschreibt, wie ein Stein aussieht, ist das unsere eigene Beschreibung, und es gibt kein Dokument, mit dem wir sie belegen könnten. Die allgemeine Fassung dieses Arguments steht in unserem Vergleich von Saphir und Diamant, und der Schliff im Besonderen in Wie der Schliff den Saphir verändert.
In Deutschland ist das keine Stilfrage, sondern eine Rechtsfrage. Eine Angabe über ein Produkt ist eine geschäftliche Handlung. § 5 Abs. 2 UWG erklärt eine geschäftliche Handlung für irreführend, wenn sie „unwahre Angaben enthält oder sonstige zur Täuschung geeignete Angaben“ über die dort aufgezählten Umstände macht – und § 5 Abs. 2 Nr. 1 UWG zählt neben Art und Ausführung der Ware ausdrücklich auch Ergebnisse von Tests der Ware auf.
Daran hängt die sogenannte Testwerbung. Wer mit einem Prüf-, Bewertungs- oder Vergleichsergebnis wirbt, muss drei Dinge einhalten:
Eine Schliffnote für einen Saphir fällt schon an der ersten dieser drei Prüfungen durch: Es gibt keine Fundstelle. Deshalb steht auf dieser Seite keine Note und keine Stufe für den Schliff. Wir schicken Ihnen lieber ein Video des Steins als ein Adjektiv.
Derselbe Gedanke erklärt, warum ein Laborbericht hier nicht als Beweis für etwas aufgerufen wird, was er nicht enthält. Ein Labor gibt eine Einschätzung ab, keine Bestätigung – das LMHC formuliert es für die Berichte überhaupt so: "All findings described in the report are opinions expressed by the laboratory." Ein Bericht, der zum Schliff nur die Form und die Schliffart druckt, trägt deshalb keine Aussage über die Güte dieses Schliffs. Ein Dokument zu besitzen belegt nicht, was dieses Dokument nicht behandelt.
Die Wahl des Schliffs ist keine allgemeine Rangordnung, sondern eine Reihe von Abwägungen zwischen Lichtrückgabe, Ansichtsgröße, Alltagstauglichkeit und Geschmack. Auf dieser Seite steht deshalb kein Satz, der den Rundschliff über eine andere Form stellt oder ihn darunter einordnet.
Was wir stattdessen tun: Wir beschreiben, was der runde Umriss macht – und das ist eine Beschreibung, nicht eine Punktzahl. Eine Vorliebe dürfen wir äußern, solange sie als unsere gekennzeichnet ist. Eine Reihenfolge dürfen wir nicht als Ergebnis ausgeben, weil keines vorliegt.
Ein Hinweis dazu, der in Deutschland eigene Folgen hat: Ein Vergleich zwischen zwei Formen, die wir beide selbst führen, ist keine vergleichende Werbung im Sinne des § 6 UWG – dort muss ein Mitbewerber erkennbar gemacht werden, und hier wird keiner erkennbar. Die Grenze zieht in diesem Fall allein § 5 UWG: Die Aussagen müssen wahr und nachprüfbar sein. Ein Vergleich dagegen, der sich auf andere Anbieter bezöge, fiele entweder unter § 6, weil der Kreis der Betroffenen mittelbar bestimmbar wäre, oder – wenn niemand erkennbar wird – als unbelegte Behauptung unter § 5. Den Vergleichspartner nicht zu nennen ist also kein Ausweg, sondern bloß der Wechsel in die andere Vorschrift. Wir behaupten auf dieser Seite nichts darüber, was andere Händler, Juweliere, Goldschmiede, Versicherer oder Labore führen, verlangen, angeben oder ablehnen.
Die Facetten eines runden Steins sind symmetrisch angeordnet, deshalb kommt das Licht aus allen Richtungen gleichmäßig zurück, und der Stein wirkt aus jedem Winkel lebendig. Nach unserer Erfahrung ist genau diese Gleichmäßigkeit das, worauf Käufer hinauswollen, die sich für einen runden Stein entscheiden. Das ist eine Beschreibung davon, wie sich der Umriss verhält, und keine Bewertung – es gibt keine Skala, an der sie zu bewerten wäre.
Kalibrierte Standardfassungen sind auf runde Steine ausgelegt. Ein runder Saphir lässt sich deshalb in einen fertigen Sitz setzen und später unkompliziert umfassen. Eine Fantasieform hat eine Länge und eine Breite, auf die die Fassung passen muss, nicht nur einen Durchmesser – ihre Fassung muss also auch zu ihren Proportionen passen.
Praktisch heißt das: Beim runden Stein stimmen Sie eine Zahl ab, bei einer Fantasieform zwei. Das ist auch der Grund, warum ein runder Stein der einfachere ist, wenn der Ring später einmal umgearbeitet werden soll – ein neuer Sitz muss nur zu einem Durchmesser passen.
Ein runder Stein hat keine Längsachse. Er sieht daher aus jedem Winkel und in jeder Fassungsposition gleich aus. Ein Ovalschliff hat ein Längen-Breiten-Verhältnis, das verändert, wie er im Ring wirkt, und bei einem Kissenschliff fällt die Eckenrundung von Stein zu Stein verschieden aus. Wenn Sie diese Entscheidung lieber nicht treffen möchten, ist der runde Umriss der, der sie Ihnen nicht stellt.
Runde Saphire werden auf kalibrierte Millimeter-Durchmesser geschliffen, und genau über diesen Durchmesser gibt eine Fassung, die für einen runden Stein gemacht ist, ihren Sitz an. Das macht die Paarung mit einer vorgefertigten oder halb individuellen Fassung einfach, weil Sie ein Maß abstimmen und nicht eine Länge und eine Breite.
Eine Umrechnung von Millimetern in Karat steht hier bewusst nicht. Sie hängt an der Tiefe des einzelnen Steins, und Tiefen fallen weit auseinander. Die gemessenen Zahlen aus unserem eigenen Bestand, mit Datum, stehen im Saphir-Größenratgeber. Verbindlich sind immer die Millimetermaße in der Listung des Steins, den Sie ansehen.
Weil beim Rundschliff mehr vom Rohstein verworfen wird, kostet ein runder Saphir in der Regel pro Karat mehr als ein ovaler oder ein Kissenschliff gleicher Farbe und gleicher Reinheit. Wie viel mehr, hängt am Stein, und jeder einzelne ist auf seiner eigenen Listung bepreist.
Die Mechanik dahinter ist die aus dem Abschnitt über den Rohstein: Aus demselben Stück entsteht ein kleinerer runder Stein als ein ovaler, weil der runde Umriss der natürlichen Streckung des Kristalls nicht folgt. Das ist an der Geometrie nachvollziehbar und braucht keine Zahl.
Die Preisangabenverordnung regelt nach § 1 Abs. 1 PAngV „die Angabe von Preisen für Waren oder Leistungen von Unternehmern gegenüber Verbrauchern“. § 3 Abs. 1 PAngV verpflichtet denjenigen, der Verbrauchern Waren anbietet oder unter Angabe von Preisen wirbt, dazu, „die Gesamtpreise anzugeben“. Und § 2 Nr. 3 PAngV sagt, was damit gemeint ist: der Gesamtpreis ist „der Preis, der einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile für eine Ware oder eine Leistung zu zahlen ist“.
Daraus folgt unmittelbar: Ein Preis pro Karat ist kein Gesamtpreis. Er ist eine Rechengröße des Handels, bezogen auf eine Gewichtseinheit statt auf eine Ware – ohne Steuer, ohne Versand und ohne einen bestimmten Stein. Als Spanne angegeben, also „so und so viel bis so und so viel pro Karat“, kommt § 5 UWG hinzu, weil eine Spanne eine Markterhebung behauptet, die niemand veröffentlicht hat. Deshalb steht auf dieser Seite kein Karatpreis, keine Preisspanne und kein Vielfaches.
Zum Versand regelt § 6 PAngV die Fernabsatzfälle, und zwar getrennt von § 3: Nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 ist anzugeben, „dass die für Waren oder Leistungen geforderten Preise die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile enthalten“, nach § 6 Abs. 1 Nr. 2, „ob zusätzlich Fracht-, Liefer- oder Versandkosten oder sonstige Kosten anfallen“, und nach § 6 Abs. 2 ist deren Höhe anzugeben, soweit sie sich vernünftigerweise im Voraus berechnen lässt.
Wir sagen das hier so, wie es für Sie als Käufer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz tatsächlich zutrifft, und nennen den Dollarbetrag auf der Produktseite ausdrücklich nicht einen Gesamtpreis, weil er es für Sie nicht ist:
Ein Wort zur Einfuhr, weil die drei deutschsprachigen Länder hier nicht gleich behandelt werden: Deutschland und Österreich liegen im Zollgebiet der Europäischen Union, die Schweiz ist eine eigene Einfuhr. Die Einfuhrumsatzsteuer wird nicht auf den Warenwert allein berechnet, sondern auf den Zollwert einschließlich Beförderungskosten und eines etwaigen Zolls – die Steuer bemisst sich also auch auf den Zoll. Einen Steuersatz nennen wir nicht, weil er sich zwischen den drei Ländern unterscheidet und sich ändern kann; der Zusteller rechnet die Einfuhrumsatzsteuer bei der Zustellung ab und erhebt dafür in der Regel eine eigene Auslagepauschale. Lose Edelsteine, die keine Diamanten sind, fallen zolltariflich unter die Position 7103, fertiger Schmuck unter 7113 – das ist der Grund, warum ein loser Stein und ein gefasster Ring bei der Einfuhr nicht gleich behandelt werden.
Diese Angaben sind allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Das ist eine Eigenheit des Deutschen, die auf einer Seite über einen gefassten Stein unweigerlich in einen Satz gerät, und sie ist einen eigenen Abschnitt wert:
Wenn also in einem Angebot von „1 Karat in 18 Karat“ die Rede ist, stehen dort zwei verschiedene Maßeinheiten mit demselben Namen. Fragen Sie im Zweifel, welches gemeint ist – beim Stein ist das Gewicht gemeint, bei der Schiene der Feingehalt, und in Deutschland ist er innen in den Ring gestempelt.
Wie tief ein Stein geschliffen ist, verändert, wie viel Farbe Sie in der Draufsicht sehen, weil das Licht in einem tiefen Stein einen längeren Weg durch das Material nimmt, bevor es zu Ihrem Auge zurückkommt. Runde Steine werden in weit auseinanderliegenden Tiefen geschliffen, und ovale ebenso – es ist die Tiefe des einzelnen Steins, die das entscheidet, nicht sein Umriss.
Hier setzt diese Seite keine Zahl ein, und der Grund steht weiter oben: Eine als „üblich“ bezeichnete Tiefenspanne für runde Saphire würde unterstellen, dass es eine Zielproportion gibt, an der sie gemessen wäre. Helles und dunkel gesättigtes Material brauchen verschiedene Tiefen, und ein Stein, der für sein Material richtig geschliffen ist, kann außerhalb jeder engen Spanne liegen.
Die Tiefe steht auf dem Bericht. Fragen Sie uns nach den Maßen eines bestimmten Steins, und wir lesen sie vom Bericht ab, statt sie zu beschreiben.
Dieser Punkt lässt sich leicht verdrehen, deshalb hier ganz direkt. Bei gleichem Karatgewicht bedecken ein runder und ein ovaler Saphir in der Draufsicht fast dieselbe Fläche. Das Oval wirkt trotzdem wie der größere Stein, weil ein gestreckter Umriss größer wirkt als ein kompakter von gleicher Fläche. Wenn der Stein am Finger groß wirken soll, ist das der Grund, ein Oval zu nehmen – und nicht ein Unterschied in der Fläche.
Die gemessenen Millimeterzahlen dazu, aus unserem eigenen Bestand und mit Datum, stehen im Saphir-Größenratgeber und im Ratgeber zum Saphir im Ovalschliff. Wir verweisen darauf, statt die Zahlen hier abzuschreiben, weil sie dort gemessen und datiert sind und weil eine abgeschriebene Zahl ihren Stand verliert.
Was dagegen zutrifft: Ein Saphir wirkt pro Karat kleiner als ein Diamant, in jedem Umriss, weil Saphir das dichtere der beiden Materialien ist. Gleiches Gewicht bedeutet beim dichteren Material weniger Volumen und damit weniger Fläche. Was das in Millimetern ausmacht, steht ebenfalls im Größenratgeber.
Wenn Sie eine bestimmte Farbe in einer bestimmten Größe im Rundschliff suchen, kann es dauern, bis wir sie finden. Sagen Sie uns, worauf Sie hinauswollen, und wir sagen Ihnen, ob wir es haben oder beschaffen können – statt Ihnen etwas anderes anzubieten.
Was jetzt folgt, ist der Teil, der die Note ersetzt. Es ist keine Prüfliste mit Zielwerten, sondern eine Anleitung zum Hinsehen, und sie ist unsere eigene – gebildet daraus, dass wir diese Steine selbst einkaufen.
Die Farbe ist das Erste, was zu klären ist, und wie der Schliff ist sie etwas, das kein Labor benotet. Was Sie dabei ansehen, sind drei getrennte Eigenschaften:
Keine dieser drei Eigenschaften ist ein benoteter Wert. Sie wählen also nicht zwischen Stufen, sondern zwischen einem Stein und einem anderen, am besten nebeneinander.
Drei deutsche Eigenheiten entscheiden hier darüber, ob ein Satz den Stein richtig beschreibt:
Damit Sie nach dem Richtigen fragen können, hier die Wörter, mit denen sich ein facettierter Stein von oben nach unten beschreiben lässt:
Und zwei Wörter für die Perspektive, weil sie auf dieser Seite immer wieder vorkommen: die Draufsicht ist der Blick von oben auf den gefassten oder liegenden Stein, die Ansichtsgröße ist die Fläche, die er in dieser Ansicht bedeckt.
Ein Fenster ist eine durchsichtige Stelle, die in der Draufsicht mitten im Stein sichtbar wird und an der das Licht gerade durchläuft, statt zurückzukommen. So prüfen Sie es: Halten Sie den Stein mit der Tafel nach oben über einen weißen Untergrund. Wenn Sie den Untergrund durch die Mitte hindurch sehen, hat der Stein ein Fenster. Kippen Sie ihn dann leicht – ein dunkler Ring um eine helle, durchsichtige Mitte ist dasselbe Bild von der Seite.
Beim runden Stein bedeutet das meist, dass der Pavillon flach geschliffen wurde: Durchmesser behalten, Lichtrückgabe dafür hergegeben. Ein Fenster lässt den Stein blass wirken, wie gut seine Farbe auch ist. Das ist unsere Lesart eines Steins, kein benoteter Befund.
Die Extinktion ist der umgekehrte Fehler: dunkle Bereiche, oft ein Ring oder eine Gruppe von Flecken, in denen das Licht aufgenommen statt zurückgegeben wird. Ein gewisses Maß an Extinktion ist bei jedem Farbstein normal, und der Wechsel aus hellen und dunklen Feldern ist überhaupt erst das, was ein Stein an Leben zeigt, wenn er sich bewegt. Wenn ein runder Stein über einen großen Teil seiner Fläche dunkel wirkt, liegt das meist an der Tiefe des Pavillons oder an den Facettenwinkeln – und Sie sehen es, ohne etwas zu messen.
Eine Schwelle nennen wir hier nicht. Keine Prozentzahl, ab der eine Fläche „zu dunkel“ wäre: Sie wäre genau die Note, die es für den Schliff eines Farbsteins nicht gibt, und sie müsste bei einem hellen Stein ohnehin anders lauten als bei einem dunkel gesättigten. Was wir Ihnen sagen können, ist unsere Einschätzung zu einem bestimmten Stein, und wir kennzeichnen sie als unsere.
Die Symmetrie zeigt sich am runden Stein deutlicher als an einer Fantasieform, und das liegt am Umriss selbst: Ein Kreis ist die Form, bei der jede Abweichung ins Auge fällt. Ungleich gesetzte Facetten, eine außermittige Kalette oder ein unregelmäßiger Umriss der Rundiste sind alle in der Draufsicht zu sehen. Ein gut geschliffener runder Stein soll rund aussehen – nicht leicht oval, nicht vieleckig.
Eine Toleranz in Millimetern nennen wir dafür nicht, und es gibt auch keine veröffentlichte. Was es gibt, ist der Unterschied zwischen den beiden Durchmessern auf dem Bericht, und der ist nachprüfbar – dazu der Abschnitt über die Maße weiter unten.
Wir achten auf eine Rundiste von gleichmäßiger Dicke. Eine sehr dicke Rundiste trägt Gewicht, das Sie nicht sehen – der Stein wirkt dann kleiner, als sein Karatgewicht vermuten lässt. Eine sehr dünne oder wellige ist ungleichmäßige Arbeit. Das ist unsere Auffassung davon, was vorzuziehen ist, und kein veröffentlichter Maßstab.
Ein Bericht gibt die Maße eines runden Steins als kleinsten Durchmesser, größten Durchmesser und Tiefe an, in dieser Reihenfolge – also als Spanne und nicht als eine Zahl. Geschrieben sieht das so aus, wie es die GIA druckt:
6.42 - 6.63 x 4.76 mm
Diese Zeichenfolge geben wir unverändert wieder, genau so, wie das Labor sie druckt, und dazu gehört ein Hinweis, der nur im Deutschen nötig ist: Der Punkt in diesen Zahlen ist ein Dezimalpunkt und kein Tausendertrenner. Gelesen heißt das 6,42 bis 6,63 Millimeter Durchmesser bei 4,76 Millimetern Tiefe. Wir rechnen die Zeichenfolge nicht in deutsche Schreibweise um, weil genau dabei aus einer Spanne zwischen kleinstem und größtem Durchmesser zwei verschiedene Durchmesser werden – und dann steht eine andere Angabe auf der Seite als auf dem Papier.
Der Abstand zwischen den beiden Durchmessern ist das, was Ihnen sagt, ob der Umriss wirklich rund ist, und er ist eine Frage wert. Ein Längen-Breiten-Verhältnis rechnen wir daraus nicht aus: Bei einem runden Stein hat es keinen Bezugspunkt, und auf dem Bericht steht es nicht. Fragen Sie uns, was ein Stein misst, und wir lesen es vom Bericht ab.
Augenrein – keine Einschlüsse, die in der Draufsicht aus normalem Betrachtungsabstand sichtbar sind – ist das, worauf wir bei einem runden Mittelstein achten. Ein GIA-Bericht für einen Farbstein trägt keinen Reinheitsgrad; jede Reinheitsbeschreibung, die Sie von uns lesen, ist daher unsere eigene Einschätzung, und die Listung sagt das auch so. Der runde Umriss mit seiner symmetrischen Facettierung kann einen Einschluss etwas sichtbarer machen als eine unsymmetrische Facettierung. Sehen Sie bei gewöhnlichem Zimmerlicht nach, nicht nur mit der Lupe.
Das Wort lupenrein verwenden wir dabei nicht. Es ist ein Begriff aus der Diamantbewertung mit einer dort definierten Bedeutung, und auf einen Farbstein übertragen behauptet es eine Stufe, die für ihn niemand vergibt.
Der Rundschliff passt zu jeder Saphirfarbe, und jede bringt etwas anderes mit. Was in jeder Listung steht – Herkunft, Behandlung, Labor und Berichtsnummer, wo ein Bericht vorliegt –, steht im Abschnitt über die Dokumentation weiter unten.
Ein blauer Saphir aus Sri Lanka in mittlerem Ton zeigt sich im Rundschliff gut, und die gleichmäßige Lichtrückgabe passt zu einem einheitlichen Blau. Ein runder blauer Stein hat eine eigene starke Bildwirkung, besonders im Halo: ein runder Mittelstein in einem Kreis runder Diamanten wirkt als ein einziges konzentrisches Muster.
Ein kräftig gesättigtes Rosa wirkt im Rundschliff aus jedem Winkel lebhaft, und die Symmetrie des Umrisses passt dazu. Wir mögen einen runden rosa Saphir in Weißgold oder Platin – das ist eine Vorliebe und keine Regel.
Ein runder gelber Saphir erscheint in der Draufsicht ähnlich wie ein gelber Diamant und wirkt in Gelbgold so gut wie in Weißgold. Gelb ist eine der Farben, die wir sowohl unerhitzt als auch erhitzt führen, und jede Listung sagt, was zutrifft.
Dazu gehört ein Satz, den wir in jeder Sprache gleich halten, weil er sonst falsch wird: Wir nennen den Wärmestatus immer „unerhitzt (keine Hitzebehandlung)“ und verwenden „unbehandelt“ nur dort, wo wirklich keinerlei Behandlung vorliegt. „Unerhitzt“ bezieht sich nur auf Wärme; „unbehandelt“ schließt jede Behandlung aus. Aus dem einen folgt nicht das andere, und beide Angaben stehen in unseren Listungen getrennt.
Teal ist unser eigenes Handelswort und kein Laborbegriff: Ein Bericht druckt seinen eigenen Farbbegriff für den Stein, und die Listung gibt beide an, damit Sie sehen, welcher von wem stammt. Im Rundschliff geben die Facetten das Licht aus allen Richtungen gleichmäßig zurück. Jede Listung nennt außerdem die Herkunft und die Behandlung dieses Steins. Wenn Sie einen bestimmten Teal-Ton im Rundschliff suchen, sagen Sie es uns, und wir sagen Ihnen, was wir haben.
Im Rundschliff kommt ein weißer Saphir dem Erscheinungsbild eines runden Diamanten am nächsten – und in genau diesem Umriss ist der Unterschied auch am besten zu sehen. Der Brechungsindex von Diamant liegt bei 2,42, der von Korund bei 1,762 bis 1,770, und Diamant zerlegt Licht stärker in Spektralfarben. Das Feuer fällt deshalb anders aus, selbst wo der Eindruck in der Draufsicht ähnlich ist. Das ist ein Unterschied zwischen zwei Materialien und kein Urteil über eines von beiden – und es ist das, worauf Sie achten sollten, bevor Sie sich entscheiden.
Saphir hat die Mohshärte 9. Die Mohsskala misst den Widerstand gegen Kratzen und Abrieb und sonst nichts, und die Skala ist ordinal – die Abstände zwischen ihren Stufen haben keine angegebene Größe. Über das Absplittern sagt sie nichts.
Korund hat keine Spaltbarkeit, aber er hat eine Absonderung – im englischen Fachgebrauch parting –, und deshalb kann ein Saphir an der Rundiste oder an einer Spitze ausbrechen. Der Satz „keine Spaltbarkeit, also bricht er nicht“ ist deshalb falsch. Dass Korund keine Spaltbarkeit und dafür eine Absonderung hat, gehört zu den Materialdaten, die die GIA für Korund veröffentlicht, und findet sich ebenso in der mineralogischen Fachliteratur. Auf dem Bericht zu einem einzelnen Stein steht diese Angabe nicht – dort stehen Form, Schliffart, Maße, Gewicht, Farbe und Behandlungsbefund.
Und hier kommt die Eigenheit, die den runden Umriss von den anderen unterscheidet: Ein runder Umriss hat keine Spitze. Was er stattdessen hat, ist eine Rundiste, die rundherum läuft – dünn und ohne Unterbrechung. Beim runden Stein ist die Rundiste deshalb der Teil, auf den eine Fassung achten muss. Daran sind die vier Fassungsarten gemessen, die in diesem Abschnitt beschrieben werden.
Auf dieser Seite steht keine Härte-Rangliste: keine Tabelle mit Materialien in der Reihenfolge ihrer Härte und kein Satz, der den Saphir auf einen Platz in einer solchen Reihenfolge setzt. Den Satz, der dafür im Umlauf ist, geben wir hier auch nicht wieder, um ihn zu widerlegen. Drei Gründe:
In diesem Abschnitt kommen Diamant und Moissanit deshalb nur dort vor, wo Sie die Information wirklich brauchen: Beide sind härter als Saphir und können ihn zerkratzen, wenn sie in einem Schmuckkästchen aneinanderliegen. Das ist ein Hinweis zur Aufbewahrung und keine Rangliste.
Im Deutschen liegt hier eine Falle: hart und zäh sind in der Alltagssprache nahe Verwandte, in der Gemmologie aber zwei getrennte Eigenschaften auf zwei getrennten Skalen.
Für das tägliche Tragen heißt das: Ein Saphir widersteht dem Reiben und Scheuern des Alltags sehr gut. Unzerbrechlich ist er nicht, und ein harter, direkter Stoß auf die Rundiste kann einen Ausbruch erzeugen. Beides ist wahr, und nur beides zusammen ist richtig.
Vier oder sechs Krappen halten den Stein und lassen den größten Teil von ihm offen für das Licht. Sechs decken ein Stück mehr von der Rundiste ab und halten sie an mehr Stellen; vier lassen mehr vom Stein sichtbar. Beides funktioniert am runden Stein.
Ein Ring aus Pavé oder Mikro-Pavé um einen runden Mittelstein ergibt ein konzentrisches, symmetrisches Bild, und die umgebenden Steine lassen den Mittelstein außerdem breiter wirken, als er misst. Zu Blau und Rosa passt das besonders gut.
Eine volle Zarge ergibt ein klares, modernes Profil und legt Metall um die ganze Rundiste – also genau um den Teil, der am runden Stein am meisten freiliegt. Sie passt zu modernen und reduzierten Entwürfen.
Ein runder Saphir in einer Kathedralfassung mit Pavé an den Schultern verteilt Funkeln über die Schiene und lässt die Farbe den Mittelpunkt bilden. Der runde Mittelstein hält den Entwurf zusammen.
Das ist unsere eigene Empfehlung aus dem Umgang mit diesen Steinen – kein Labor veröffentlicht Hinweise zu Fassungen, und wir geben hier auch keine wieder.
Eine Spannfassung hält den Stein durch Druck – und der Druck liegt auf der Rundiste. Beim runden Stein läuft die Rundiste dünn und ohne Unterbrechung rundherum, und beim Spannen trägt genau sie die ganze Last. Das macht die Spannfassung nicht unmöglich, aber es macht sie zu der Fassungsart, bei der die Ausführung am meisten entscheidet.
Fragen Sie Ihren Goldschmied deshalb vorher, und zwar nach Dingen, die er beantworten kann: Wie wird die Rundiste an den Druckpunkten vorbereitet? Wie lässt sich der Stein später wieder entnehmen, wenn der Ring geweitet werden soll? Und: Wie wird der Ring kontrolliert, nachdem er eine Zeit getragen wurde? Auch diese drei Fragen sind unsere, nicht die eines Labors – über Fassungen veröffentlicht keines etwas, und wir geben hier nichts wieder.
Ob ein Ring, an dem nach einiger Zeit etwas nicht mehr stimmt, ein Fall für den Verkäufer ist, entscheidet sich in Deutschland an zwei Vorschriften – und sie entscheidet sich an einem Zeitpunkt, nicht an einer Art von Schaden.
§ 434 BGB sagt, wann eine Sache frei von Sachmängeln ist: Sie muss den subjektiven Anforderungen entsprechen – also der vereinbarten Beschaffenheit, und das ist bei einem Edelstein, was die Listung und der Bericht angeben –, den objektiven Anforderungen, also dem, was bei einer Sache dieser Art üblich ist und was der Käufer erwarten kann, und den Montageanforderungen. Hier schließt sich der Kreis zum ersten Abschnitt dieser Seite: Ein Schliffname ist eine Beschaffenheitsangabe. Genau darauf hat das Amtsgericht München im oben genannten Urteil abgestellt.
§ 437 BGB sagt, was der Käufer dann hat: Nacherfüllung nach § 439, Rücktritt oder Minderung, und Schadensersatz. Die Verjährung steht in § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB bei zwei Jahren. Und § 477 BGB kehrt beim Verbrauchsgüterkauf für die Dauer eines Jahres ab Gefahrübergang die Beweislast um: Zeigt sich in diesem Jahr eine Abweichung, wird vermutet, dass sie schon bei Übergabe vorlag.
Der entscheidende Punkt ist der Zeitpunkt. Ein Sachmangel muss bei Gefahrübergang vorgelegen haben – also bei der Übergabe, nicht irgendwann später. Was danach durch Tragen entsteht, ist Abnutzung, und Abnutzung ist kein Mangel. Das sortiert die Fälle, die bei einem Ring mit rundem Saphir wirklich vorkommen:
| Was auftritt | Einordnung | Warum |
|---|---|---|
| Die Rhodinierung einer Weißgoldschiene ist nach einiger Tragezeit durchgelaufen | In der Regel Abnutzung | Eine Oberflächenschicht, die sich im Alltag abträgt und von Zeit zu Zeit erneuert wird |
| Platin hat eine matte Patina angenommen | In der Regel Abnutzung | Eine Eigenschaft des Materials, keine Abweichung von der Beschaffenheit |
| Eine Krappe war bei Lieferung zu dünn gearbeitet, eine Lötstelle nicht geschlossen | Möglicher Sachmangel | Eine Ausführung, die schon bei Übergabe so war – darauf zielt § 477 BGB |
| Ein Ausbruch an der Rundiste nach einem Stoß | In der Regel kein Sachmangel | Die Absonderung des Korunds ist eine Materialeigenschaft; das Ereignis liegt nach der Übergabe |
| Die Behandlung weicht von der Angabe in der Listung ab | Sachmangel | Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit – und der Grund, warum die Behandlung bei uns in jeder Listung steht |
| Die Form oder die Schliffart weicht von der Angabe ab | Sachmangel | Derselbe Punkt wie beim Schliffnamen im ersten Abschnitt |
| Die Maße weichen von den Maßen auf dem Bericht ab | Sachmangel | Maße sind nachprüfbar, und deshalb ist eine Maßangabe gut belastbar |
Die Einordnungen in dieser Tabelle sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung; der Einzelfall kann anders liegen, und deshalb steht in mehreren Zeilen „in der Regel“.
Daraus folgt der sachliche Grund, einen neuen Ring früh kontrollieren zu lassen: nicht ein Intervall – ein solches gibt es nicht –, sondern dass ein Ausführungsfehler innerhalb des Jahres aus § 477 BGB am leichtesten festzustellen ist. Wer wartet, verliert nicht sein Recht, aber er verliert die Vermutung.
Ein loser Stein, im Fernabsatz gekauft, trägt das gewöhnliche Widerrufsrecht aus § 355 BGB. Bei einem Ring, der um einen von Ihnen ausgewählten Stein gebaut wird, kann § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB eingreifen – Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt oder eindeutig auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Ausnahme wird eng ausgelegt: Die Auswahl aus Standardoptionen löst sie in der Regel nicht aus, eine Gravur oder eine eigens angefertigte Fassung kommt ihr nahe.
Der Punkt, der mit diesem Artikel zusammenhängt, ist § 357 Abs. 7 BGB, der Wertersatz: Prüfen heißt ansehen, anprobieren, gegen das Licht halten, mit der Lupe betrachten. Es heißt nicht, den Ring eine Woche zu tragen, ihn ins Ultraschallbad zu legen oder ihn weiten zu lassen, während Sie noch überlegen. Genau diese Prüfung ist bei einem runden Stein auch die nützlichste: Fenster, Extinktion und Rundheit sehen Sie in der Hand, und Sie sehen sie in dem Licht, in dem Sie tatsächlich leben.
Für jede Bestellung gilt ein Rückgaberecht von 14 Tagen. Die gesetzlichen Rechte bleiben davon unberührt. Auch dieser Abschnitt ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Die Herkunft ist keine Qualitätsstufe. Wo ein Stein entstanden ist und wie er aussieht, sind zwei getrennte Befunde, und den einen zu bepreisen, als wäre er der andere, ist eine Gewohnheit, die man ablegen sollte. Es ist keine Rangfolge.
In Deutschland hat das auch eine rechtliche Seite, und sie läuft über § 6 UWG. Nach § 6 Abs. 2 Nr. 5 UWG handelt unlauter, wer vergleichend wirbt und dabei „die Waren, Dienstleistungen, Tätigkeiten oder persönlichen oder geschäftlichen Verhältnisse eines Mitbewerbers herabsetzt oder verunglimpft“. Wer eine Lagerstätte unter eine andere einordnet, sagt damit etwas über alle, die von dort verkaufen – der Kreis ist mittelbar bestimmbar, ohne dass ein Name fällt. Und nach § 6 Abs. 2 Nr. 2 UWG muss ein Vergleich „objektiv auf eine oder mehrere wesentliche, relevante, nachprüfbare und typische Eigenschaften“ bezogen sein. Eine Rangfolge zwischen Lagerstätten ist für einen Leser nicht nachprüfbar.
Deshalb beschreiben wir Herkünfte und ordnen sie nicht ein.
Ceylon-Saphir ist ein Handelsname, die sachliche Angabe lautet Saphir aus Sri Lanka – und auf eine Qualitätsachse gehört das Wort nicht. Wir behalten es, weil deutsche Edelsteinkäufer danach suchen, und wir nennen die Herkunft im selben Atemzug. Das Eigenschaftswort lautet srilankisch: ein srilankischer Saphir, srilankische Herkunft.
Ein Bericht, der eine Herkunft angibt, gibt dazu eine Einschätzung ab und keine Bestätigung. Die GIA druckt ihre eigene Einschränkung daneben, und wir geben sie wieder, statt sie zu umschreiben: "Any statement on geographic origin is an expert opinion based on a collection of observations and analytical data."
Unsere runden Saphire sind nicht alle srilankisch. Wir kaufen sie selbst ein, die meisten in Sri Lanka und einen Teil in Madagaskar, und jede Listung nennt die Herkunft des Steins. Ein Satz, der für alle unsere runden Steine eine Herkunft behauptet, wäre deshalb falsch, und er steht hier nicht. Wenn Sie gezielt nach srilankischem Material sehen möchten, finden Sie es in unserer Kollektion Ceylon-Saphire aus Sri Lanka.
Die meisten, die sich einen runden Saphir ansehen, sollten sich auch einen ovalen ansehen. Der Vergleich in einfachen Worten:
Wenn der Stein am Finger groß wirken soll – Oval. Wenn Sie gleichmäßige Lichtrückgabe wollen und den Stein, der sich am einfachsten fassen und wieder umfassen lässt – rund. Beides sind wirklich gute Entscheidungen für einen Saphir-Verlobungsring; welche die richtige ist, hängt davon ab, welche Eigenschaften der Trägerin oder dem Träger mehr bedeuten.
Zum Nachlesen: der Ratgeber zum Saphir im Ovalschliff und der Ratgeber zum Saphir im Kissenschliff, beide mit gemessenen Maßen aus unserem eigenen Bestand und mit Datum.
Die Farbe entscheidet den größten Teil, dann das Gewicht, dann die Behandlung und die Unterlagen, die zum Stein gehören. Der Umriss fügt eine Sache hinzu: Ein runder Stein hat für ein gegebenes Endgewicht mehr Rohstein verbraucht, deshalb trägt er in der Regel einen höheren Preis pro Karat als ein ovaler oder ein Kissenschliff gleicher Farbe und gleicher Reinheit.
Preisspannen für runde Saphire veröffentlichen wir nicht. Eine Spanne veraltet, und unsere würde unseren eigenen Bestand beschreiben und keinen Marktpreis. Jeder Stein ist auf seiner eigenen Listung bepreist, und diese Preise sind die aktuellen.
Drei Dinge gelten bei uns für jeden Stein, und das dritte ist das, auf das es ankommt:
Für einen bestimmten Stein ist die Produktseite die Antwort, und dieser Artikel ist nur der Hintergrund. Steine, zu denen ein GIA-Bericht vorliegt, stehen in der Kollektion Steine mit GIA-Bericht.
Im Deutschen laufen vier Wörter durcheinander: Zwei benennen dasselbe Dokument richtig, eines benennt es falsch, und eines benennt etwas ganz anderes.
| Wort | Was es bezeichnet |
|---|---|
| Laborbericht / GIA-Bericht | Das Papier, das zum Stein gehört: Spezies, Varietät, Gewicht, Maße, Farbe, Form, Schliffart, Behandlungsbefund und – wo das Labor eine angibt – die Herkunft als Einschätzung. Das ist das Wort, das wir verwenden. |
| Befundbericht | Dasselbe Dokument in der Sprache der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) – deren eigener Begriff, und für die DSEF daher immer der richtige. |
| Zertifikat | Ein eingebürgertes Wort, das etwas verspricht, was das Papier nicht leistet: Ein Labor zertifiziert nicht, es berichtet. Wir schreiben deshalb GIA-Bericht und nicht GIA-zertifiziert. |
| Gutachten | Die begründete Beurteilung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, in der Regel mit einem Betrag in Euro. Kein gemmologisches Labor stellt so etwas aus. Eine Wertermittlung oder Schätzung für die Versicherung ist ein eigener, zweiter Auftrag – und ein Versicherungsgutachter ist in Deutschland tatsächlich ein Sachverständiger, an dieser Stelle ist das Wort also richtig. |
In einem Satz: Was dem Stein beiliegt, ist ein Bericht und kein Gutachten.
Das Gutachten ist sächlich, der Bericht ist männlich. Wer das eine Wort durch das andere ersetzt, muss Artikel, Pronomen und Relativpronomen mit ändern: ein Gutachten, das einen Wert in Euro nennt wird zu ein Bericht, der die Maße des Steins nennt. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist der Punkt, an dem ein umgeschriebener deutscher Satz nicht mehr aufgeht.
Wie ein GIA-Bericht Feld für Feld zu lesen ist, steht in Wie Sie einen GIA-Saphirbericht lesen.
Das hängt davon ab, was der Stein leisten soll. Ein runder Saphir gibt das Licht aus allen Richtungen gleichmäßig zurück und passt mit einem einzigen Maß in eine kalibrierte Standardfassung, ist also einfach zu fassen und später einfach umzufassen. Er kostet in der Regel pro Karat mehr als ein ovaler oder ein Kissenschliff, weil beim Rundschliff mehr vom Rohstein verworfen wird. Welcher dieser Punkte schwerer wiegt, entscheidet die Person, die den Ring trägt.
Nein. Für den Schliff eines Farbsteins gibt es keine veröffentlichte Note. Die GIA vergibt für Saphir und andere Farbsteine weder Noten noch Qualitätsanalysen, das LMHC hat zur Schliffqualität bei einem Farbstein kein Informationsblatt veröffentlicht, und die CIBJO definiert die Kategorie und hört dort auf. Der sachliche Grund dahinter: Für Farbedelsteine gibt es keine gemeinsame Zielproportion, weil helles und dunkel gesättigtes Material verschiedene Tiefen brauchen. Ohne Zielzahl ist keine Note bildbar.
Wie tief ein Stein geschliffen ist, verändert, wie viel Farbe Sie in der Draufsicht sehen, und runde Steine werden in weit auseinanderliegenden Tiefen geschliffen. Ein hell getonter Stein kann im Rundschliff noch blasser wirken, weshalb bei zwei Steinen zur Wahl im Rundschliff meist der stärker gesättigte die sicherere Wahl ist. Kein Labor benotet Farbe bei Saphir, das ist also unsere eigene Beobachtung und kein Befund.
Weil der runde Umriss der natürlichen Streckung des Saphirkristalls nicht folgt. Aus demselben Stück Rohstein entsteht ein kleinerer runder Stein als ein ovaler, und das zeigt sich als höherer Preis pro Karat. Wie viel höher, hängt am einzelnen Stein. Einen Karatpreis nennen wir auf dieser Seite nicht: Nach Paragraf 2 Nummer 3 und Paragraf 3 Absatz 1 der Preisangabenverordnung ist der anzugebende Preis der Gesamtpreis für eine Ware, und ein Preis pro Karat ist keiner. Der Preis steht auf der jeweiligen Produktseite.
Er wirkt größer, aber er ist nicht größer. Bei gleichem Karatgewicht bedecken ein runder und ein ovaler Saphir in der Draufsicht fast dieselbe Fläche. Das Oval erscheint als der größere Stein, weil ein gestreckter Umriss größer wirkt als ein kompakter von gleicher Fläche. Wenn der Stein am Finger groß wirken soll, ist das der Grund für ein Oval, und nicht ein Unterschied in der Fläche. Die gemessenen Millimeterzahlen stehen datiert in unserem Größenratgeber.
Saphir hat die Mohshärte 9, und die Mohsskala misst den Widerstand gegen Kratzen und Abrieb und sonst nichts. Über das Absplittern sagt sie nichts. Korund hat keine Spaltbarkeit, aber er hat eine Absonderung, und ein Saphir kann an der Rundiste oder an einer Spitze ausbrechen. Ein runder Umriss hat keine Spitze; was er hat, ist eine Rundiste, die dünn und ohne Unterbrechung rundherum läuft. Beim runden Stein ist deshalb die Rundiste der Teil, auf den eine Fassung achten muss.
Besser nicht. Als alleinstehendes Hauptwort ist Brillant in der deutschen Handelsnomenklatur dem rund geschliffenen Diamanten vorbehalten. Ein rund geschliffener Saphir heißt deshalb Saphir im Rundschliff oder runder Saphir, und nicht Saphir-Brillant. Das ist nicht nur Sprachpflege: Das Amtsgericht München hat mit Urteil vom 2. August 2019 (Az. 275 C 6717/19) einen als mit Brillanten besetzt verkauften Ring, dessen Steine einen anderen Schliff trugen, als Sachmangel behandelt und die Rückabwicklung des Kaufs zugelassen. Ein Schliffname ist eine Beschaffenheitsangabe.
Alle vier gängigen passen: Solitär mit vier oder sechs Krappen, Halo, Zargenfassung und Kathedralfassung mit Pavé. Der Unterschied liegt darin, wie viel Metall um die Rundiste liegt, und die Rundiste ist beim runden Stein der freiliegende Teil. Eine volle Zarge legt Metall um die ganze Rundiste, sechs Krappen halten sie an mehr Stellen als vier. Das ist unsere eigene Empfehlung aus dem Umgang mit diesen Steinen; kein Labor veröffentlicht Hinweise zu Fassungen, und wir geben hier auch keine wieder.
In der Regel nicht. Die Rhodinierung einer Weißgoldschiene ist eine Oberflächenschicht, die sich im Alltag abträgt und von Zeit zu Zeit erneuert wird; das ist Abnutzung. Ein Sachmangel nach Paragraf 434 BGB muss bei Gefahrübergang vorgelegen haben, also bei der Übergabe. Eine bei Lieferung zu dünn gearbeitete Krappe oder eine nicht geschlossene Lötstelle liegt anders, und innerhalb eines Jahres ab Übergabe kehrt Paragraf 477 BGB beim Verbrauchsgüterkauf die Beweislast um. Das ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Für jemanden, der gleichmäßige Lichtrückgabe aus allen Winkeln möchte und den Stein, der sich am einfachsten fassen und wieder umfassen lässt, und der keine Entscheidung über eine Ausrichtung im Ring treffen will. Wenn der Stein am Finger groß wirken soll, tut ein Oval gleichen Gewichts das besser, weil ein gestreckter Umriss größer wirkt als ein kompakter gleicher Fläche. Beides sind wirklich gute Entscheidungen für einen Saphir-Verlobungsring.
Wir kaufen unsere runden Saphire selbst ein, die meisten in Sri Lanka und einen Teil in Madagaskar. Jede Listung nennt die Herkunft des Steins, seine Behandlung sowie das Labor und die Berichtsnummer, wo ein Bericht vorliegt – und sagt ausdrücklich, wo keiner vorliegt. Jeder Stein wird einzeln fotografiert, und auf Anfrage senden wir Ihnen ein Video des Steins.
Fragen zu einem bestimmten Stein beantworten wir, indem wir vom Bericht und von den Maßen ablesen. Wo etwas unsere eigene Einschätzung ist – wie ein Stein wirkt, wie seine Symmetrie aussieht, was wir an seiner Rundiste vorziehen würden –, schreiben wir das dazu, damit Sie die beiden Arten von Angabe auseinanderhalten können.
Runde Saphire bei Crescent Gems ansehen
Die Preise werden in Ihrer Landeswährung angezeigt und können sich ändern. Einfuhrabgaben sind nicht enthalten.
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Madagaskar Rosa Saphir 1,62 ct – Achteck, GIA-Bericht
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