Wir kaufen unsere Chrysoberyll-Katzenaugen direkt an der Quelle in Sri Lanka ein und geben sie ohne Zwischenhandel an Sie weiter.

Interessieren Sie sich für andere Phänomensteine? Dann lesen Sie unseren Sternsaphir-Kaufratgeber. Zum Alexandrit, der Farbwechselvarietät derselben Mineralart, unseren Alexandrit-Kaufratgeber. Zum Farbwechsel beim Saphir, einer ganz anderen Mineralart, unseren Ratgeber zum Farbwechsel-Saphir. Zur Verwendung des Katzenauges im Jyotish unseren Jyotish-Ratgeber. Preise und Unterlagen behandelt gesondert unser Ratgeber Chrysoberyll-Katzenauge: Preise pro Karat und wovon sie abhängen.

Das Chrysoberyll-Katzenauge ist kein Stein, dem deutschsprachige Käufer zufällig begegnen. Er steht nicht neben Saphir, Smaragd und Diamant in der Verlobungsring-Auswahl, er taucht in den ersten Suchergebnissen zu „Edelstein kaufen“ nicht auf, und die meisten Juweliere in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen ihn nicht im Schaufenster. Gefunden wird er von zwei Gruppen: von Sammlern, die die geläufigen Farbsteinkategorien durchhaben und bei den Phänomensteinen angekommen sind, und von Menschen, denen im Jyotish Lahsuniya – das Katzenauge – für Ketu empfohlen wurde und die dabei zum ersten Mal sehen, wie ein feines Chrysoberyll-Katzenauge tatsächlich aussieht.

Die Reaktion ist in beiden Fällen dieselbe: Man hatte nicht damit gerechnet, dass es so etwas gibt.

Ein kräftig honiggelbes Chrysoberyll-Katzenauge mit voll ausgeprägtem Zweiton-Effekt – eine Hälfte der Kuppel milchig hell, die andere goldwarm, und darüber die scharfe, mittig stehende Lichtlinie – gehört nach unserem Eindruck zu den außergewöhnlichsten Dingen, die die Natur an Edelsteinen hervorbringt. Es ist eine optische Täuschung, die keine ist.

Dieser Ratgeber behandelt die Mineralogie, die Entstehung des Auges, worauf wir beim Einkauf schauen und warum nichts davon in einem Laborbericht steht, die Rechtslage, in der ein deutschsprachiger Käufer sich bewegt, die Herkunftsfrage, Lahsuniya im Jyotish, Imitationen, Fassung und Pflege – und was ein GIA-Bericht zu diesem Material wirklich festhält.

Zahlen zum Bestand nennen wir in diesem Text nicht, weil sie sich mit jedem Verkauf ändern. Was gilt, steht als Grundsatz da: Wir führen bei Chrysoberyll ausschließlich srilankische Steine, und zu jedem liegt ein eigener GIA-Bericht vor. Für einen bestimmten Stein ist die Produktseite die Antwort und nicht dieser Beitrag.

Was Chrysoberyll ist: die Mineralogie

Chrysoberyll ist Berylliumaluminiumoxid, chemisch BeAl2O4. Es ist eine eigenständige Mineralart, und sie ist weder mit Korund (Saphir und Rubin) noch mit Beryll (Smaragd und Aquamarin) noch mit Granat verwandt. Die Mohshärte liegt bei 8,5. Chrysoberyll zeigt eine Spaltbarkeit, die für den Cabochonschliff aber keine praktische Rolle spielt, und er trägt sich gut.

Chrysoberyll ist kein Beryll – eine Falle, die es nur im Deutschen gibt

Die Endung führt in die Irre, und im Deutschen stärker als im Englischen, weil wir die Mineralart Beryll mit demselben Doppel-l schreiben wie Chrysoberyll. Zwei Wörter, die auf dieselben sechs Buchstaben enden, bezeichnen hier zwei völlig verschiedene Mineralarten:

  • Beryll ist Beryllium-Aluminium-Silikat, Be3Al2Si6O18. Dazu gehören Smaragd und Aquamarin.
  • Chrysoberyll ist Berylliumaluminiumoxid, BeAl2O4. Kein Silizium, anderes Kristallsystem, andere Härte, anderer Stein.

Gemeinsam ist beiden nur das Beryllium im Namen. Wer in einer Anzeige „Chrysoberyll“ liest und an Beryll denkt, liegt mineralogisch falsch – und umgekehrt. Es gibt auch ein Katzenauge im Aquamarin, also im Beryll; das ist ein anderer, deutlich günstigerer Stein, und auf diese Verwechslung kommen wir weiter unten zurück.

Die drei Varietäten des Chrysoberylls

  • Chrysoberyll-Katzenauge (Cymophan) – die chatoyante Varietät, das Thema dieses Ratgebers. Cymophan ist der mineralogische Varietätsname; im deutschen Handel sagt praktisch niemand so, und wir nennen den Stein deshalb durchgehend Chrysoberyll-Katzenauge.
  • Alexandrit – die Farbwechselvarietät, grün bei Tageslicht und rot bei Glühlicht. Alexandrit ist Chrysoberyll, derselbe Stein mit einem anderen Phänomen. Und beide Phänomene können in einem Kristall zusammentreffen: Das Alexandrit-Katzenauge gibt es wirklich, und es ist die einzige Stelle, an der sich das Thema dieses Ratgebers und der Alexandrit berühren. Alexandrit führen wir nicht – weder mit noch ohne Auge. Mehr dazu in unserem Alexandrit-Kaufratgeber.
  • Facettierter Chrysoberyll – durchsichtiger gelber bis grünlicher Chrysoberyll ohne Auge und ohne Farbwechsel. Im Handel deutlich weniger gefragt als die beiden anderen Varietäten und trotzdem ein schöner Stein.

Zur dritten Varietät führen wir ein Beispiel: einen facettierten Chrysoberyll mit 3,64 ct, GIA Identification Report 2235922104, grüngelb, oval, ohne Chatoyanz. Er zeigt die Transparenz und die Härte des Materials ohne das Auge, um das es hier geht. Wir verkaufen ihn als unbehandelt – das ist unsere eigene Angabe, und die Listung sagt das auch so.

Noch eine Benennungsfrage, die im deutschen Handel laufend Ärger macht: Wenn Gemmologen ohne weiteren Zusatz von Katzenauge sprechen, meinen sie das Chrysoberyll-Katzenauge. Jeder andere chatoyante Stein muss mit seiner Mineralart benannt werden – Turmalin-Katzenauge, Aquamarin-Katzenauge, Quarz-Katzenauge. Der unqualifizierte Begriff gehört in der gemmologischen Tradition allein dem Chrysoberyll. Ein Angebot, das nur „Katzenauge“ sagt, sagt damit noch nichts.

Mohshärte 8,5: was die Zahl sagt und was nicht

Die Mohsskala misst die Ritzhärte und sonst nichts. Sie ist eine Eigenschaft der Mineralart und kein Befund über einen einzelnen Stein; kein Labor misst sie an Ihrem Exemplar nach und kein Bericht hält sie fest. Mit 8,5 widersteht Chrysoberyll dem alltäglichen Abrieb, dem ein getragener Ring ausgesetzt ist, gut.

Was die Mohszahl nicht misst, ist die Zähigkeit – die Widerstandsfähigkeit gegen Absplittern und Reißen durch Stöße. Das sind zwei verschiedene Eigenschaften auf zwei verschiedenen Skalen, und im Deutschen lädt das Wortpaar „hart“ und „zäh“ geradezu dazu ein, sie zu verwechseln. Ein Stein kann hart und trotzdem schlagempfindlich sein.

Bei der Zähigkeit des Chrysoberylls widersprechen sich die veröffentlichten Quellen, und wir zeigen Ihnen den Widerspruch lieber, als uns stillschweigend auf die schmeichelhafte Seite zu schlagen. Die GIA schreibt über Alexandrit – und Alexandrit ist Chrysoberyll –, das Material besitze eine ausgezeichnete Zähigkeit und keine Spaltbarkeit. Die mineralogischen Nachschlagewerke gehen in die andere Richtung: Das Handbook of Mineralogy verzeichnet die Spaltbarkeit des Chrysoberylls als deutlich nach {110}, unvollkommen nach {010} und undeutlich nach {001}, und Mindat sieht es ebenso. Eine von einem Labor veröffentlichte Einstufung der Zähigkeit haben wir für Chrysoberyll nicht gefunden. Wir arbeiten mit der vorsichtigeren der beiden Lesarten. Das ist unsere Lesart eines Widerspruchs in den Quellen und kein Befund aus einem Bericht.

Eine Härte-Rangliste finden Sie auf dieser Seite nicht. Das ist Absicht. Eine Zahlenreihe, die Steine nach Härte sortiert, beantwortet die Frage nicht, die ein Käufer wirklich hat – ob dieser Stein in dieser Fassung im Alltag hält –, und sie lädt zu einem Vergleich ein, für den wir keine gemessene Grundlage haben. Wir nennen den Wert für Chrysoberyll, wir sagen, was er misst und was nicht, und dabei bleibt es. Warum wir im deutschsprachigen Raum mit Ranglisten besonders zurückhaltend sind, steht weiter unten im Abschnitt zu § 5 und § 6 UWG.

Merkmal Chrysoberyll-Katzenauge
Mineralart Chrysoberyll (BeAl2O4), Oxidmineral
Varietätsname Cymophan (bei Chatoyanz); im Handel: Chrysoberyll-Katzenauge
Mohshärte 8,5 – die Mohsskala misst allein die Ritzhärte, nicht die Zähigkeit
Spaltbarkeit Deutlich nach {110}; für die Orientierung eines Cabochons ohne praktische Bedeutung
Brechungsindex 1,746–1,755 (so geben es unsere eigenen Produktdaten an)
Phänomen Chatoyanz – eine einzelne wandernde Lichtlinie über der Kuppel
Schliff Cabochon, zwingend – die Formangabe (etwa Oval) ist davon zu trennen
Behandlung In der Regel keine; die Behandlung steht auf jeder Listung
Wichtige Vorkommen Sri Lanka (Ceylon), Brasilien, Indien, Tansania

Wie die Chatoyanz entsteht

Chatoyanz ist eine optische Erscheinung. Sie entsteht, wenn Licht an parallel liegenden faserigen Einschlüssen im Inneren des Steins reflektiert wird. Beim Chrysoberyll sind das üblicherweise hohle Wachstumsröhren oder feine Rutilnadeln, die während der Kristallbildung parallel zur Längsachse gewachsen sind. Sind genügend dieser parallelen Einschlüsse vorhanden, bündelt sich das an ihnen reflektierte Licht zu einer einzigen hellen Linie, die quer zur Richtung der Nadeln steht.

Der Mechanismus im Einzelnen: Jeder Einschluss wirkt wie ein winziger Spiegel und wirft Licht quer zu seiner eigenen Längsrichtung zurück. Liegen Tausende solcher Nadeln parallel übereinander und reflektieren alle in dieselbe Richtung, summieren sich die Reflexe zu einem einzigen hellen Band – dem Katzenauge. Kippt man den Stein, ändert sich der Reflexionswinkel, und das Band wandert über die Kuppel. Das ist der Eindruck eines Auges, das sich öffnet und schließt.

Die gewölbte, polierte Oberfläche bündelt das im Stein gestreute Licht zu einer einzigen Linie. Die Wölbung ist also nicht Schutz, sondern Optik: Sie ist der Grund, warum es den Cabochonschliff bei diesem Material überhaupt gibt.

Damit ein geschliffener Stein ein Auge zeigt, müssen drei Bedingungen zusammenkommen:

  1. Genügend Einschlussdichte. Zu wenige Nadeln, und das Auge ist schwach oder gar nicht da. Die Einschlüsse müssen dicht genug liegen, um einen hellen, deutlich sichtbaren Reflex zu erzeugen.
  2. Genaue parallele Ausrichtung. Liegen die Nadeln nicht parallel zueinander, streuen sie das Licht diffus, statt es zu einer Linie zu bündeln. Perfekte Ausrichtung ergibt ein scharfes Auge, ungenaue ein breites und unscharfes.
  3. Richtige Orientierung beim Schleifen. Der Stein muss als Cabochon geschliffen werden, und die Unterseite muss parallel zu den Nadeln liegen. Dann steht das Auge quer über der Kuppel. Ein falsch orientiert geschliffener Stein zeigt kein brauchbares Auge, und zwar unabhängig davon, wie gut das Rohmaterial war.

Daraus folgt etwas, das Käufer oft unterschätzen: Wie gut ein Katzenauge aussieht, hängt zur einen Hälfte am Rohstein – Dichte und Ausrichtung der Nadeln – und zur anderen Hälfte am Schleifer, der die richtige Orientierung erkennen muss, bevor er den ersten Schnitt setzt. Feines Rohmaterial, schlecht orientiert geschliffen, ergibt ein mittelmäßiges Auge. Mäßig eingeschlossenes Rohmaterial, gut orientiert geschliffen, kann überraschend gut werden.

Und noch etwas: Facettieren würde den Einschlüssen nichts anhaben – sie liegen im Inneren –, es würde nur kein Auge erzeugen. Deshalb wird Chrysoberyll ohne Chatoyanz ganz regulär facettiert, und deshalb steht bei unseren Katzenaugen in der Formangabe Oval und in der Schliffart Cabochon: zwei Felder mit zwei verschiedenen Aussagen, die man nicht zu einer zusammenziehen sollte.

„Milch und Honig“: ein englischer Handelsausdruck und sein deutscher Status

Für den auffälligsten Effekt, den dieses Material zeigt, gibt es im Englischen eine feststehende Wendung: milk and honey. Sie benennt eine Zweiteilung der Kuppel in eine milchig helle und eine honigwarme Hälfte. Weil deutschsprachige Käufer auf diesen Ausdruck früher oder später stoßen – in englischen Angeboten, in Auktionskatalogen, in der gemmologischen Literatur –, gehört an dieser Stelle eine klare Auskunft darüber, was er ist und was er nicht ist.

Der deutsche Handel benutzt den Ausdruck, aber er benutzt ihn geborgt. Man sagt im Deutschen Milch-und-Honig-Effekt, und man sagt es üblicherweise mit einer Distanzmarkierung davor: der sogenannte, oder so nennt es der Handel. Das ist kein Zufall und kein Stilfehler. Es ist zutreffend. Es gibt keine Stelle, die den Ausdruck definiert hätte, keine Norm, die ihn trüge, und keinen Schwellenwert, ab dem er zustünde. Er ist ein Handelsausdruck, kein Fachbegriff, und schon gar keine Messgröße.

Wir halten es auf dieser Seite deshalb so und bleiben dabei durchgängig:

  • Die deutsche Form ist „Milch-und-Honig“-Effekt, mit Bindestrichen durchgekoppelt. Eine mehrteilige Wendung, die attributiv vor einem Substantiv steht, wird im Deutschen durchgekoppelt; ohne Bindestriche geschrieben wäre sie schlicht ein Rechtschreibfehler.
  • Bei der ersten Nennung stehen Anführungszeichen, danach nicht mehr. Der Ausdruck wird anschließend ganz normal gebeugt: des Milch-und-Honig-Effekts.
  • Die englische Wendung nennen wir oben einmal und sonst nicht mehr, damit Sie sie wiedererkennen, wenn Sie ihr in einem englischsprachigen Angebot begegnen.
  • Der Ausdruck beschreibt ein Aussehen. Er steht nie auf einer Qualitätsachse, er wird nie abgestuft, und es gibt bei uns kein „mit Milch und Honig“ als Preismerkmal.

Eine deutsche Übersetzung, die das Bild ersetzt, gibt es nicht und sollte es auch nicht geben. Milchig-honigfarbener Zweiton-Effekt beschreibt, was man sieht, aber es ist eine Umschreibung und kein Name; wer danach sucht, findet nichts, und wer es in einem Angebot liest, weiß nicht, dass dieselbe Sache gemeint ist. Der geborgte Ausdruck mit einer ehrlichen Erklärung daneben ist die bessere Lösung.

In keinem Laborbericht steht er. Weder die GIA noch irgendein anderes Labor hält fest, ob ein Stein diesen Effekt zeigt oder wie stark. Was auf dieser Seite dazu steht, ist unsere Beschreibung und die Ihre, wenn Sie den Stein selbst in der Hand halten.

Worauf Käufer schauen – und was in keinem Bericht steht

Dass der Handel Katzenaugen über das Phänomen bepreist, bestreitet niemand. Was es nicht gibt, ist eine veröffentlichte Benotung durch ein Labor. Kein Labor benotet dieses Phänomen. Die GIA schreibt selbst, sie „vergibt für Saphir und andere Farbsteine weder Noten noch Qualitätsanalysen“, und das LMHC, das die Berichtsformulierungen der großen Labore vereinheitlicht, hat dazu kein Informationsblatt veröffentlicht. Die CIBJO definiert die Kategorie und hört dort auf. Ein Bericht hält fest, dass der Stein das Phänomen zeigt; er benotet es nicht.

Das LMHC-Argument lässt sich genauer fassen, als es üblicherweise vorgetragen wird, und das ist der Mühe wert. Das Laboratory Manual Harmonisation Committee führt derzeit 18 Informationsblätter: ein allgemeines Blatt zum Berichtsaufbau, die nummerierten Blätter und ein Blatt zu Perlen. Ihre Gegenstände sind Hitzerückstände im Korund, Gitterdiffusion, Glasfüllung, Padparadscha, Risskittung beim Smaragd, Paraíba-Turmalin, die Formulierung bei fehlenden Hitzeindizien, nicht bestimmbare Farbechtheit, Alexandrit und Farbwechsel, Bernstein und Kopal, Jadeit, organische Füllstoffe, Hydrophan-Opal, Kobalt-Spinell, Tansanit, Farbstabilitätsprüfung und Mehrfacheinsendungen von Perlen. Keines behandelt eine Qualitätsstufe, und keines behandelt Chatoyanz. Das ist kein Einwand gegen die Labore. Es ist der Grund, warum eine Güteskala für dieses Phänomen, wenn jemand sie Ihnen zeigt, von ihm selbst stammt.

Fast alles, was auf Deutsch über die Benotung eines Farbsteins geschrieben wird, ist Diamant-Text mit ausgetauschtem Steinnamen. Für den Diamanten gibt es eine veröffentlichte Skala; für das Auge in einem Chrysoberyll gibt es keine. Jede Beschreibung des Erscheinungsbilds ist daher die Aussage des Verkäufers, unsere eingeschlossen. Wir schicken Ihnen deshalb lieber ein Video des Steins als ein Adjektiv.

Was jetzt folgt, ist, worauf wir beim Einkauf schauen, und warum jeder dieser fünf Punkte etwas daran ändert, wie sich der Stein in der Hand verhält. Nichts davon ist eine Note, und nichts davon wird in einem Bericht auftauchen.

1. Wie scharf das Auge ist

Die Lichtlinie soll ein einzelnes, klar abgegrenztes helles Band mit sauberen Rändern sein. Die schärfsten Augen haben etwas Lichtleiterhaftes – eine helle, messerdünne weiße Linie, die ihre Kontur behält, während man den Stein kippt. Schwächere Augen sind breit, diffus oder unterbrochen. Die Schärfe hängt an Dichte und Ausrichtung der Nadeln: Je dichter und je genauer parallel, desto schärfer die Linie.

Ein praktischer Hinweis dazu, der in deutschen Wohnungen zählt: Beurteilen Sie die Schärfe unter einer Lichtquelle. Unter einer modernen Deckenleuchte mit mehreren LED-Spots sehen Sie mehrere schwache Linien statt einer scharfen, und der Stein wirkt schlechter, als er ist. Das ist kein Fehler des Steins, sondern der Beleuchtung.

2. Wo das Auge auf der Kuppel sitzt

Hält man eine einzelne Lichtquelle senkrecht über den Stein, soll das Auge mittig über dem Scheitel der Kuppel stehen. Sitzt es seitlich daneben, ist es dezentriert – ein Schleiffehler, und der Markt bezahlt dafür weniger. Eine leichte Abweichung wird im Handel hingenommen, eine deutliche mindert den Reiz des Steins erheblich. Gute Schleifer richten den Rohstein sorgfältig aus, damit das Auge am Ende in der Mitte steht.

Eine Zentrierungsnote gibt es dafür nicht, und wir führen auch keine ein. Mittig oder nicht mittig können Sie selbst sehen, und genau deshalb zeigen wir es Ihnen lieber im Video.

3. Der „Milch-und-Honig“-Effekt

Das ist das Merkmal, nach dem erfahrene Käufer zuerst suchen, und ein Stein, der es voll zeigt, ist nicht häufig. In keinem Laborbericht wird es festgehalten.

Richtet man eine einzelne gerichtete Lichtquelle von der Seite auf den Stein statt von oben, teilt sich die Kuppel in zwei deutlich unterscheidbare Zonen: Die eine Hälfte – die beleuchtete – wirkt milchig weiß, weil die dichten Faserbündel das einfallende Licht streuen und zum Betrachter zurückwerfen. Die andere Hälfte – die beschattete – zeigt die Körperfarbe des Steins, typischerweise goldenes Honiggelb oder Grünlichgelb, weil die Farbe dort durch die durchscheinenden Einschlüsse hindurch gelesen wird. Dreht man den Stein, tauschen die beiden Hälften die Rollen: Aus milchig wird honigfarben und aus honigfarben milchig.

Dafür braucht es eine sehr hohe Einschlussdichte – dicht genug, um von der hellen Seite kräftig zu streuen, und zugleich durchscheinend genug, um von der dunklen Seite die Körperfarbe durchzulassen. Ein Stein ohne diesen Effekt kann trotzdem schön sein; ein Stein, der ihn voll zeigt, ist außergewöhnlich.

So prüfen Sie den Milch-und-Honig-Effekt selbst:

  • Nehmen Sie eine einzige gerichtete Lichtquelle – eine Leselampe, eine Taschenlampe, das Licht Ihres Telefons. Deckenbeleuchtung mit mehreren Spots taugt dafür nicht.
  • Setzen Sie das Licht seitlich an, nicht senkrecht von oben.
  • Eine Hälfte der Kuppel soll klar weiß oder milchig erscheinen, die andere die Körperfarbe zeigen – Honiggelb, Gold.
  • Drehen Sie den Stein langsam. Die beiden Hälften sollen sauber und eindeutig die Seiten tauschen.
  • Je schärfer und vollständiger die Trennung zwischen den Hälften, desto deutlicher der Effekt – und das ist Ihre eigene Beobachtung, von derselben Art wie unsere. Eine Note ist es nicht, und niemand stellt Ihnen dazu ein Papier aus.

4. Körperfarbe

Die Körperfarbe reicht beim Chrysoberyll-Katzenauge von blassem Strohgelb über helles Goldgelb und Honigbernstein bis Grünlichgelb. Am stärksten gesucht ist ein sattes, warmes Honig- oder Goldgelb – die Farbe, bei der das Bild von Milch und Honig unmittelbar einleuchtet. Grünlichgelbe Steine gelten im Handel als weniger gesucht. Eine Preisregel folgt daraus nicht: Bei unseren eigenen Steinen trägt gerade der grünlichgelbe den höheren Preis, weil Gewicht und Auge mitentscheiden. Ein grünlicher Stein mit einem hervorragenden Auge kann deshalb der klügere Kauf sein.

Hier ist eine Unterscheidung wichtig, die der deutsche Handel oft verwischt: Was ein Labor druckt, und was ein Händler beschreibt, sind zwei verschiedene Dinge. Die GIA druckt für unsere Steine die Farbwerte Greenish Yellow und Yellow. „Honiggelb“ steht auf keinem dieser Berichte – das ist unsere Beschreibung, und wir sagen das auf der jeweiligen Produktseite auch ausdrücklich. Wer Ihnen eine Handelsfarbe nennt und sie so aussehen lässt, als stünde sie im Bericht, verwechselt zwei Quellen, und im deutschsprachigen Raum ist das nicht nur unsauber, sondern angreifbar.

Im Jyotish wird die ideale Körperfarbe gern als die einer reifen Mango oder eines Katzenauges beschrieben – ein warmes, sattes Gold.

5. Kuppelhöhe und Proportionen des Cabochons

Wie der Sternsaphir muss auch das Chrysoberyll-Katzenauge als Cabochon geschliffen sein. Die Kuppelhöhe entscheidet mit: zu flach, und das Auge wird schwach und diffus; zu hoch, und die Körperfarbe dunkelt ab, der Stein wirkt stumpf. Die richtige Höhe lässt ein scharfes, mittiges Auge zu und hält zugleich die Körperfarbe lebendig. Die Unterseite soll so flach wie möglich sein; eine dick stehengelassene Unterseite treibt nur das Karatgewicht hoch, ohne dass der Stein davon besser aussieht.

Für einen Ring kommt dazu, dass ein Cabochon höher über dem Finger sitzt als ein facettierter Stein gleicher Größe. Das ist eine Frage der Fassung, und darauf kommen wir weiter unten zurück.

Diese fünf Dinge sind es, und ungefähr in dieser Reihenfolge. Wir machen daraus keine benannten Stufen mit Preisspannen daneben. Es gibt keine veröffentlichte Skala, an der solche Stufen hängen könnten; jede Stufenliste dieser Art ist die Erfindung dessen, der sie aufstellt, und unsere wäre es auch. Was bei dem einen Händler „Spitzenqualität“ heißt, muss beim nächsten nichts bedeuten, und wer einen Händler auf eine Stufe festnagelt, nagelt ihn auf nichts fest.

Was eine Listung dagegen feststellen kann und wofür wir geradestehen, ist enger und nützlicher: das Karatgewicht, die Form und die Schliffart, die Farbe, die das Labor gedruckt hat, die Berichtsnummer und der Gesamtpreis. Alles auf dieser Seite darüber, wie ein Auge aussieht, ist eine Einschätzung – unsere, und dann Ihre. Auch deshalb schicken wir Ihnen lieber ein Video des Steins unter einer wandernden Lichtquelle als ein Adjektiv.

§ 5 UWG: warum auf dieser Seite keine Güteklassen stehen

Dass wir hier keine Qualitätsstufen aufstellen, ist nicht nur eine Frage der Redlichkeit. Im deutschsprachigen Raum ist es eine Frage des Wettbewerbsrechts, und die Vorschrift, die ein ungedeckter Benotungsmaßstab auslöst, heißt § 5 UWG.

§ 5 UWG verbietet irreführende geschäftliche Handlungen. Der Fall, der hier einschlägig ist, hat im deutschen Wettbewerbsrecht einen eigenen Namen: Testwerbung. Gemeint ist Werbung, die sich auf ein Prüf-, Test- oder Bewertungsergebnis beruft. Die Anforderungen sind seit Langem geklärt und laufen auf drei Punkte hinaus:

  1. Die Fundstelle muss genannt und auffindbar sein. Wer mit einem Ergebnis wirbt, muss sagen, woher es stammt, damit der Leser es nachprüfen kann. Ein Prüfergebnis ohne Quelle ist kein Argument, sondern eine Behauptung.
  2. Die Prüfung muss nach sachlichen, offengelegten Kriterien erfolgt sein. Der Maßstab muss existieren, er muss veröffentlicht sein, und er muss für jeden gelten, nicht nur für das beworbene Stück.
  3. Die Aussage muss zum Ergebnis passen. Aus einem Ergebnis darf nicht mehr gemacht werden, als es hergibt – kein Gesamturteil aus einer Einzelfeststellung.

Jetzt legen Sie das auf eine Güteskala für das Katzenauge. Es gibt keine Fundstelle, weil keine Institution eine solche Skala veröffentlicht hat. Es gibt keine offengelegten Kriterien, weil niemand definiert hat, wo „scharf“ aufhört und „sehr scharf“ anfängt. Und es gibt kein Ergebnis, zu dem die Aussage passen könnte, weil keine Prüfung stattgefunden hat. Eine Güteklasse auf einem Phänomenstein ist damit genau die Konstellation, die § 5 UWG erfasst: die Autorität einer Prüfung, die es nicht gegeben hat.

Deshalb kommen die folgenden Wörter auf dieser Seite nicht als Einstufung vor, und wir nennen sie hier ausdrücklich, damit Sie sie wiedererkennen, wenn Sie ihnen anderswo begegnen:

  • Güteklasse, Qualitätsstufe, Handelsklasse – es gibt für dieses Phänomen keine.
  • Spitzenqualität, Sammlerqualität, Museumsqualität – als Stufenbezeichnung mit einem Preis daneben sind das erfundene Ränge. Als freies Lob über einen einzelnen Stein sind sie immer noch die Meinung dessen, der sie ausspricht, und tragen keine Nachprüfbarkeit in sich.
  • AAA, AAAA und verwandte Buchstabenleitern – im Farbsteinhandel vollständig ungedeckt. Niemand veröffentlicht, was sie bedeuten.
  • Eine Skala für die Augenschärfe oder eine Zentrierungsnote – es gibt sie nicht. Beides können Sie an einem Video oder am Stein selbst sehen, und das ist der ehrliche Weg.

Zwei weitere Vorschriften gehören in denselben Zusammenhang, weil sie die beiden anderen Wege abschneiden, auf denen eine Rangliste zurück auf eine Seite kommt:

  • § 6 Abs. 2 Nr. 2 UWG – vergleichende Werbung ist nur zulässig, wenn der Vergleich sich objektiv auf wesentliche, nachprüfbare Eigenschaften bezieht. Ein Vergleich gegen „die meisten Händler“ oder „den üblichen Online-Handel“ nennt niemanden und prüft nichts. Sie finden auf dieser Seite deshalb keine Aussage darüber, was andere Verkäufer führen, verlangen oder ablehnen. Wir sagen, was wir tun, und hören dort auf.
  • § 6 Abs. 2 Nr. 5 UWG – die Herabsetzung von Mitbewerbern. Das ist die Vorschrift, die eine Herkunftsrangliste erfasst: Wer ein Vorkommen zur zweiten Wahl erklärt, setzt damit jeden herab, der von dort verkauft, auch ohne ihn zu nennen. Mehr dazu im Herkunftsabschnitt weiter unten.

Das ist übrigens kein Verzicht, sondern eine Verschiebung. Was wir Ihnen stattdessen geben, sind die Angaben, die wirklich nachprüfbar sind: Mineralart und Varietät aus dem Bericht, die gedruckte Farbe, das Gewicht, die Maße, die Berichtsnummer zum Nachschlagen – und ein Video des Steins unter einer wandernden Lichtquelle, an dem Sie sich Ihr eigenes Urteil bilden.

§ 1 und § 3 Abs. 1 PAngV: warum hier kein Karatpreis steht

Auf deutschsprachigen Edelsteinseiten ist der Preis pro Karat die gewohnte Darstellungsform. Auf dieser Seite steht keiner, und der Grund ist die Preisangabenverordnung.

Nach § 1 PAngV ist gegenüber Verbrauchern der Gesamtpreis anzugeben – der Preis, der einschließlich Umsatzsteuer und aller sonstigen unvermeidbaren Bestandteile tatsächlich zu zahlen ist. Nach § 3 Abs. 1 PAngV sind zusätzlich die Versandkosten gesondert und deutlich auszuweisen.

Ein Preis pro Karat ist kein Gesamtpreis. Er ist eine Rechengröße des Handels, bezogen auf eine Gewichtseinheit. Er enthält keine Steuer, keine Versandkosten und keinen bestimmten Stein. Multipliziert man ihn mit einem Gewicht, kommt keine Zahl heraus, die jemand von Ihnen verlangen würde – bei Phänomensteinen schon deshalb nicht, weil der Preis nicht linear mit dem Gewicht läuft.

Wird der Karatpreis zusätzlich als Spanne angegeben – „zwischen X und Y pro Karat“ –, kommt § 5 UWG noch einmal dazu: Eine Spanne behauptet eine Markterhebung. Wer sie nennt, müsste sagen können, wer wann was erhoben hat. Meistens kann das niemand.

Wir nennen deshalb Gesamtpreise für bestimmte Steine, und zwar mit den beiden Sätzen, die nach § 3 Abs. 1 PAngV dazugehören:

Der genannte Preis ist der Gesamtpreis für den Stein; hinzu kommen die Versandkosten: Versand in die USA kostenlos, ohne Mindestbestellwert, in alle übrigen Länder pauschal 60 $ und ab 499 $ Bestellwert kostenlos.

Unsere Preise verstehen sich in US-Dollar, ohne Einfuhrumsatzsteuer und Zoll; diese fallen bei der Einfuhr in Ihr Land an und sind bei der Zustellung von Ihnen zu zahlen.

Der zweite Satz ist für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz der wichtigere der beiden, und er wird auf englischsprachigen Seiten fast nie gesagt. Ein loser Edelstein, den wir Ihnen schicken, ist zollrechtlich eine Einfuhr. Die Einfuhrumsatzsteuer entsteht bei der Einfuhr, sie wird vom Zoll erhoben, und sie wird typischerweise bei der Zustellung fällig. Rechnen Sie sie zu einem in Dollar ausgezeichneten Preis hinzu, bevor Sie ihn mit einem Angebot aus dem Inland vergleichen – sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Zahlen.

Wer einen bestimmten Preis wissen will: Er steht auf der Produktseite, und nur dort ist er aktuell. Preise pro Karat als Marktorientierung – ausdrücklich als Orientierung und nicht als Angebot – behandelt unser gesonderter Ratgeber Chrysoberyll-Katzenauge: Preise pro Karat und wovon sie abhängen.

Karat heißt im Deutschen zweierlei

Ein Punkt, den kein deutscher Edelsteinratgeber auseinanderhält, obwohl er auf einer Seite über einen Stein in einer Goldfassung zwangsläufig in einem Satz zusammentrifft: Karat bezeichnet im Deutschen zwei verschiedene Dinge.

  • Beim Stein ist Karat eine Gewichtseinheit: 1 Karat = 0,2 Gramm. Abgekürzt ct. Ein Stein mit 4,25 ct wiegt 0,85 Gramm.
  • Beim Metall ist Karat ein Feingehaltsmaß: 24 Karat ist reines Gold, 18 Karat entspricht 750er Gold, 14 Karat entspricht 585er Gold. Hier wird nichts gewogen, sondern ein Anteil angegeben.

„Ein 4,25-Karäter in 18 Karat Gelbgold“ enthält also beide Bedeutungen, und sie haben nichts miteinander zu tun. Im deutschen Fachhandel ist für das Metall die Tausenderangabe – 750er, 585er – ohnehin die üblichere und die klarere.

Was bei der Einfuhr tatsächlich passiert

Ein loser Edelstein, der aus einem Drittland zu Ihnen nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz kommt, ist zollrechtlich eine Einfuhr, und das ist der Teil, den englischsprachige Edelsteinseiten nie erklären. Der Ablauf hat drei Stufen, und sie werden häufig in einen Topf geworfen:

  1. Die Einreihung in den Zolltarif. Lose Edelsteine außer Diamanten werden üblicherweise unter die Position 7103 des Harmonisierten Systems eingereiht – bearbeitete oder unbearbeitete Edel- und Schmucksteine. Diamanten stehen gesondert unter 7102. Verbindlich nimmt die Einreihung die Zollstelle vor, und sie hängt an der Ware, nicht an der Rechnung.
  2. Der Zoll. Das ist die Abgabe, die sich aus dem Zolltarif für die betreffende Position ergibt. Sie ist nicht dasselbe wie die Einfuhrumsatzsteuer, auch wenn im Alltagsdeutsch beides „Zoll“ heißt.
  3. Die Einfuhrumsatzsteuer. Sie entsteht bei der Einfuhr und entspricht der Umsatzsteuer, die im Inland angefallen wäre. Bemessungsgrundlage ist nicht der Warenpreis allein, sondern der Zollwert zuzüglich Beförderungskosten und etwaiger Abgaben. Erhoben wird sie bei der Abfertigung, und bei einer Kuriersendung wird sie typischerweise bei der Zustellung fällig, zusammen mit der Auslagepauschale des Transporteurs.

Den jeweils geltenden Satz nennen wir hier bewusst nicht, weil Sätze sich ändern und sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheiden. Schlagen Sie ihn für Ihr Land nach, bevor Sie zwei Angebote vergleichen. Der praktische Punkt ist dieser: Ein Preis aus einem Drittland und ein Preis aus dem Inland sind erst dann vergleichbar, wenn Sie die Einfuhrabgaben auf die erste Zahl aufgeschlagen haben. Wer das nicht tut, vergleicht einen Nettobetrag mit einem Bruttobetrag und wundert sich bei der Zustellung.

Für die Schweiz kommt dazu, dass es sich auch gegenüber der EU um eine Einfuhr handelt, mit eigenen Freigrenzen und eigenem Satz. Für Österreich gelten dieselben EU-Zollvorschriften wie für Deutschland, aber ein eigener Umsatzsteuersatz.

Herkunft: woher Chrysoberyll-Katzenauge kommt

Vorweg der Satz, der über dem ganzen Abschnitt steht: Die Herkunft ist keine Qualitätsstufe. Wo ein Stein entstanden ist und wie er aussieht, sind zwei getrennte Befunde, und den einen zu bepreisen, als wäre er der andere, ist eine Gewohnheit, die man ablegen sollte.

Das ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht nur eine redaktionelle Haltung. § 6 Abs. 2 Nr. 5 UWG erfasst die Herabsetzung von Mitbewerbern, und eine Herkunftsrangliste tut genau das: Wer schreibt, Material aus einem bestimmten Land sei „zweite Wahl“, setzt jeden Händler herab, der von dort verkauft – auch wenn kein Name fällt, denn der Kreis der Betroffenen ist mittelbar bestimmbar. Die folgenden Abschnitte beschreiben deshalb, wofür ein Vorkommen bekannt ist, und stellen keine Reihenfolge auf.

Sri Lanka

Sri Lanka liefert Chrysoberyll-Katzenauge, solange mit dem Stein gehandelt wird, und dort kaufen wir unsere. Derselbe edelsteinführende Highland Complex, der die Saphire, Spinelle und Granate der Insel hervorbringt, bringt auch Chrysoberyll hervor, und die faserigen Einschlüsse in diesem Material sind das, woraus das Auge besteht.

Gefunden werden die Steine meist in alluvialen Kiesen – denselben illama-Lagen, die Saphir, Chrysoberyll und Spinell gemeinsam liefern. Illama ist das singhalesische Wort für die edelsteinführende Schicht; es ist die Schreibweise, die unser Haus verwendet. Wir kaufen in Ratnapura, Beruwala und Colombo. Dazu unser Ratgeber zum Edelsteinmarkt von Ratnapura und unser Ratgeber zum Schachtbergbau.

Zum Handelsnamen: Ceylon-Saphir ist ein Handelsname, die sachliche Angabe lautet Saphir aus Sri Lanka – und dasselbe gilt für den Chrysoberyll. Ceylon darf den Stein benennen, weil deutschsprachige Käufer so suchen. Es darf ihn nicht bewerten. Eine „Ceylon-Qualität“ oder eine „Ceylon-Güte“ gibt es nicht, und wo das Wort auf einer Qualitätsachse auftaucht, ist es falsch verwendet. Das zutreffende deutsche Adjektiv ist srilankisch; die älteren, vom Handelsnamen abgeleiteten Adjektivformen verwenden wir nicht.

Brasilien

Brasilien liefert Chrysoberyll-Katzenauge aus dem Bundesstaat Minas Gerais. Das Material tendiert zu einer helleren, gelblicheren Körperfarbe als das warme Honiggold, für das Sri Lanka bekannt ist. Ein feines brasilianisches Katzenauge mit ausgeprägtem Milch-und-Honig-Effekt ist ein wirklich schöner Stein.

Indien

Indien liefert Chrysoberyll-Katzenauge, häufig in größeren Gewichten, und die Augen auf indischem Material sind tendenziell breiter. Wer vor allem Karatgewicht sucht, landet üblicherweise dort.

Tansania und Ostafrika

Tansania liefert Chrysoberyll-Katzenauge neben seiner übrigen Edelsteinproduktion, in kleinen Mengen, und das Material schwankt von Stein zu Stein erheblich. Einen tansanischen Stein beurteilt man am Stein.

Vorkommen Wofür das Material bekannt ist Führen wir es?
Sri Lanka (Ceylon) Warmes Honiggold bis Grünlichgelb Ja – jeder Chrysoberyll, den wir führen
Brasilien (Minas Gerais) Heller, gelblicher Nein
Indien Gelb bis Grünlichgelb, häufig in größeren Gewichten Nein
Tansania Schwankt erheblich von Stein zu Stein Nein

Jeder Chrysoberyll, den wir führen, ist srilankisch; brasilianisches, indisches und tansanisches Material führen wir derzeit nicht. Nichts in der Tabelle oben ist deshalb ein Vergleich zwischen Steinen, die wir nebeneinander in der Hand gehabt hätten – es ist eine Beschreibung dessen, wofür die jeweilige Quelle bekannt ist. Eine Qualitätsspalte und eine Aufpreisspalte gibt es in dieser Tabelle nicht, und das ist kein Versehen: Beide wären eine Herkunftsrangliste, und über die steht oben, warum sie hier nicht hingehört.

Chrysoberyll-Katzenauge und die anderen Katzenaugen

Weil der unqualifizierte Begriff Katzenauge in der gemmologischen Tradition dem Chrysoberyll gehört, müssen alle übrigen chatoyanten Steine mit ihrer Mineralart benannt werden. Für deutschsprachige Käufer ist das keine Terminologiefrage, sondern eine Geldfrage: Das Risiko besteht darin, einen Chrysoberyllpreis für eine andere Mineralart zu zahlen.

Stein Mineralart Mohshärte Wie das Auge typischerweise aussieht
Chrysoberyll-Katzenauge Chrysoberyll 8,5 Schmal und scharf begrenzt; der Stein, den der unqualifizierte Begriff meint
Turmalin-Katzenauge Turmalin 7–7,5 Sichtbar, meist weicher begrenzt
Aquamarin-Katzenauge Beryll 7,5–8 Blass, oft diffus
Quarz-Katzenauge (Tigerauge) Quarz 7 Breit und diffus; kein Milch-und-Honig-Effekt
Apatit-Katzenauge Apatit 5 Kann scharf sein, aber der Stein ist für einen Ring weich

Die Härtewerte in der Tabelle sind die mineralogischen Standardwerte der jeweiligen Art. Sie sind keine Messungen an einem bestimmten Stein und stehen auf keinem Bericht. Die Spalte steht hier, um zu zeigen, dass es sich um verschiedene Mineralarten handelt, und nicht, um eine Reihenfolge aufzustellen; über die Schlagempfindlichkeit sagt sie nichts.

Das Praktische daran: Wenn ein Angebot nur „Katzenauge“ sagt und die Mineralart nicht nennt, fragen Sie nach der Mineralart, bevor Sie sonst irgendetwas tun. Der unqualifizierte Begriff soll Chrysoberyll bedeuten, und ein Stein, der etwas anderes ist, ist eine andere Mineralart zu einem anderen Preis. Wir nennen die Mineralart auf jeder Listung, und Sie dürfen das von jedem verlangen.

Ein Hinweis für den deutschsprachigen Markt: Besonders häufig taucht hier das Quarz-Katzenauge auf – oft als „Katzenauge“ in Schmuckanzeigen, in Esoterik- und Steinhandlungen und auf Marktplätzen, wo keine Mineralart genannt wird. Quarz-Katzenauge ist ein legitimer Stein, der seinen eigenen Markt hat. Er ist nur eben Quarz, und er kostet einen Bruchteil. Die beiden auseinanderzuhalten ist mit Brechungsindex und Härteprüfung für ein Labor trivial und mit bloßem Auge für einen Laien nicht immer möglich.

Lahsuniya: das Katzenauge im Jyotish

Das Chrysoberyll-Katzenauge – Lahsuniya – ist im Jyotish der Stein des Ketu, des absteigenden Mondknotens, der mit Spiritualität, Loslösung, Karma aus früheren Leben und Moksha verbunden wird. Es gehört zu den neun Navratna-Steinen und wird besonders Menschen empfohlen, deren Horoskop Ketu als prägende oder herausfordernde Kraft zeigt.

Diese Nachfrage ist auch im deutschsprachigen Raum da, und sie wird in deutschen Edelsteinratgebern praktisch nie behandelt. Deshalb steht sie hier. Wir beschreiben, was die Tradition verlangt; wir erteilen keine astrologische Beratung und sagen Ihnen nicht, welcher Stein zu Ihrem Horoskop passt. Die Vorgaben Ihres Jyotishi gehen jeder Angabe auf dieser Seite vor.

Die Anforderungen an Lahsuniya gehören zu den genauesten, die für einen empfohlenen Stein überhaupt formuliert werden:

  • Mineralart: natürlicher Chrysoberyll, und nichts anderes – kein Quarz, kein Apatit, keine sonstige Katzenaugen-Imitation. Ein GIA-Bericht nennt die Mineralart, die die GIA bestimmt hat, und das ist der klarste Schutz gegen eine Unterschiebung.
  • Das Auge muss vorhanden und scharf sein. Die Chatoyanz ist das bestimmende Merkmal; ein Chrysoberyll ohne deutliches Auge ist im Sinne des Jyotish kein Lahsuniya.
  • Körperfarbe: üblicherweise honiggelb oder goldgelb; grünliche Steine gelten für diesen Zweck in der Regel als weniger geeignet. Auch hier entscheidet Ihr Jyotishi.
  • Natürlich, nicht synthetisch: Der Stein muss aus der Erde stammen. Synthetischen Chrysoberyll gibt es, und er darf nicht untergeschoben werden.
  • Mindestgewicht: Das ist je nach Tradition und Horoskop verschieden, und maßgeblich ist die Vorgabe Ihres Jyotishi. Wir veröffentlichen dazu keine eigene Zahl, weil wir keine haben, die sich belegen ließe.
  • Fassung: traditionell Silber oder Weißgold mit Hautkontakt, getragen am Mittelfinger der rechten Hand; manche Traditionen schreiben Gold vor. Auch zu Metall und Finger entscheidet Ihr Jyotishi.
  • Keine sichtbaren Risse oder groben Einschlüsse. Der Stein soll innen sauber sein, abgesehen von der faserigen Seide, die das Auge erzeugt; Risse und grobe Fremdeinschlüsse gelten im Jyotish als ungünstig.

Einen praktischen Punkt gibt es dabei, der speziell für Käufer in Europa zählt. Wer einen Stein nach einer Vorgabe kauft, kauft nach nachprüfbaren Merkmalen: Mineralart, Natürlichkeit, Gewicht, Vorhandensein des Phänomens. Alle vier stehen auf einem GIA-Bericht. Was dort nicht steht, ist, wie gut das Auge ist – und eine Jyotish-Empfehlung, die sich an eine „Qualitätsstufe“ hängt, hängt sich damit an etwas, das niemand ausstellt. Fragen Sie nach dem Bericht und nach dem Video, nicht nach einer Note.

Den vollständigen Rahmen für den Kauf von Edelsteinen zu Planetenzwecken behandelt unser Ratgeber zum Edelsteinkauf für Jyotish.

Behandlung: Chrysoberyll wird in der Regel nicht behandelt

Chrysoberyll-Katzenauge wird nicht routinemäßig behandelt. Die Chatoyanz selbst ist vollständig natürlich – sie lässt sich in Chrysoberyll nicht durch Hitze oder eine andere Veredelung künstlich erzeugen. Eine Hitzebehandlung des Materials ist zwar möglich, wird aber kaum kommerziell angewandt, weil sie die Farbe nicht zuverlässig so verbessert, dass sich das Risiko für den Stein lohnt. Die faserigen Einschlüsse, die das Auge erzeugen, werden von einer üblichen Hitzebehandlung nicht aufgelöst – anders als die Rutilseide im Saphir –, Hitze zerstört das Phänomen also nicht.

Die Behandlungsfrage ist hier damit kleiner als beim Saphir oder beim Rubin. Sie ist trotzdem keine Frage, die man aufhören sollte zu stellen, und sie ist keine, die dieser Beitrag für einen bestimmten Stein beantworten kann. Die Behandlung steht auf jeder Listung, Labor und Berichtsnummer stehen dort, wo ein Bericht vorliegt, und wo keiner vorliegt, sagen wir das ausdrücklich. Für den einzelnen Stein ist die Produktseite die Antwort und nicht diese Seite.

„Unerhitzt“ und „unbehandelt“ sind nicht dasselbe

Im Deutschen ist diese Unterscheidung schärfer zu ziehen als im Englischen, weil beide Wörter mit un- beginnen und gleich beruhigend klingen. Sie sagen Verschiedenes:

  • Unerhitzt heißt: keine Hitzebehandlung. Es betrifft die Wärme und sonst nichts. Es schließt Diffusion, Bestrahlung, Rissfüllung und Färbung nicht aus.
  • Unbehandelt heißt: überhaupt keine Behandlung, gleich welcher Art. Das ist die deutlich weitergehende Aussage.

Die Hausregel dazu lautet: Wir nennen den Wärmestatus immer „unerhitzt (keine Hitzebehandlung)“ und verwenden „unbehandelt“ nur dort, wo wirklich keinerlei Behandlung vorliegt. Und wir machen den engeren Satz nie zum weiteren. Wer Ihnen „unerhitzt“ zusagt und Sie „unbehandelt“ verstehen lässt, hat zwei verschiedene Zusagen ineinandergeschoben.

Dazu gehört ein zweiter Punkt, der im deutschsprachigen Handel selten offen ausgesprochen wird: Wer die Aussage macht, ist Teil der Aussage. Steht „unbehandelt“ als Befund auf einem Laborbericht, ist es die Feststellung des Labors. Steht es auf einer Händlerlistung, ohne dass ein Bericht es trägt, ist es die Angabe des Händlers. Beides kann richtig sein; es sind nur nicht dieselben Zusagen, und sie tragen nicht gleich weit. Unsere eigenen Chrysoberylle verkaufen wir als unbehandelt, und das ist unsere eigene Angabe und kein Befund auf dem Bericht. Die Produktseite sagt genau das, mit diesen Worten.

Einen Marktanteil für behandeltes Chrysoberyll-Katzenauge veröffentlichen wir nicht. Eine solche Zahl ließ sich auf GIA, AGTA, SSEF, GIT oder Lotus nicht zurückführen, und auch die Begründung, die üblicherweise daneben steht – Hitze zerstöre die Einschlüsse, die das Auge erzeugen –, veröffentlicht keines dieser Häuser.

Imitationen und synthetisches Material

Chrysoberyll-Katzenauge wird von mehreren weniger wertvollen Materialien nachgeahmt, und synthetischen Chrysoberyll gibt es. Bei jedem nennenswerten Kauf sollte das geprüft werden.

Worauf Sie achten sollten:

  • Glas mit Katzenaugeneffekt. Glasstäbe lassen sich so herstellen, dass sie ein Auge zeigen. Erkennbar sind sie am zu perfekten Auge, an der glasigen Durchsichtigkeit, an der geringen Härte und am warmen Griff – natürlicher Chrysoberyll fühlt sich kühl an. Ein Labor trennt Glas und Chrysoberyll ohne Schwierigkeit.
  • Faseroptisches Glas. Industriell gefertigtes Faserglas erzeugt ein sehr kräftiges, oft extrem scharfes Auge und wird in großen Abmessungen zu sehr niedrigen Preisen angeboten. Das Auge ist unnatürlich gleichmäßig, der Stein wirkt kunststoffartig. Eine Härteprüfung ist eindeutig, und ein Laborbericht nennt die Mineralart.
  • Quarz-Katzenauge, als Chrysoberyll angeboten. Die häufigste Falschbezeichnung. Tigerauge aus Quarz mit Mohshärte 7 ist einen Bruchteil wert. Das Auge im Quarz ist breiter und diffuser als in feinem Chrysoberyll, und ein Milch-und-Honig-Effekt fehlt. Härte und Brechungsindex entscheiden die Frage eindeutig.
  • Synthetischer Chrysoberyll. Im Labor gezüchteten Chrysoberyll mit erzeugter Chatoyanz gibt es, und ein Labor erkennt ihn. Bei jedem nennenswerten Kauf ist ein GIA-Bericht mit der Mineralart der Schutz.
  • Das „Katzenauge“ ohne Mineralart. Wie oben: Nennt eine Listung nur „Katzenauge“ und keine Mineralart, fragen Sie nach – und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben, bevor Sie zahlen.

Für Käufer im deutschsprachigen Fernabsatz kommt ein Punkt hinzu, der die Sache entschärft: Beim Kauf im Internet besteht ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. Ein Stein, der sich bei Ankunft als etwas anderes erweist als beschrieben, ist ohnehin ein Fall für die Gewährleistung; aber auch ohne jeden Mangel können Sie innerhalb der Frist zurücktreten. Ein Verkäufer, der Ihnen eine schriftliche Auskunft zur Mineralart verweigert, ist damit zweimal auffällig.

Was ein GIA-Bericht zu diesem Stein festhält – und was nicht

Zu jedem Chrysoberyll-Katzenauge, das wir führen, liegt ein eigener GIA-Bericht vor. Es lohnt sich, einmal genau hinzusehen, welche Felder ein solcher Bericht zu diesem Material überhaupt kennt, weil die Antwort die halbe Diskussion über Qualität erledigt.

Ein GIA Cat's Eye Chrysoberyl Report hält fest:

  • Species – die Mineralart, etwa Natural Chrysoberyl
  • Variety – die Varietät, etwa Natural Cat's-Eye
  • Shape – die Form, etwa Oval
  • Cutting Style – die Schliffart, etwa Cabochon
  • Color – die Farbe, als gedruckter Wert, etwa Greenish Yellow oder Yellow
  • Transparency – die Transparenz
  • Phenomenon – das Phänomen, bei diesem Material Displaying Chatoyancy
  • Weight und Measurements – Gewicht in Karat und die Maße in Millimetern
  • Comments – Bemerkungen, häufig None

Und jetzt die andere Hälfte, die seltener gesagt wird. Was dieser Bericht nicht enthält:

  • Keine geografische Herkunft. Ein Cat's Eye Chrysoberyl Report hat kein Herkunftsfeld. Wenn wir Sri Lanka angeben, ist das unsere eigene Einschätzung aus dem Einkauf und kein Befund des Berichts. Wir schreiben das auf den Produktseiten auch so hin.
  • Keine Note für das Auge. Das Feld Phenomenon hält fest, dass der Stein Chatoyanz zeigt. Es sagt nichts darüber, wie scharf, wie mittig oder wie vollständig.
  • Keine Reinheitsnote. Bei einem Cabochon mit Phänomen ist eine Reinheitsbewertung im üblichen Sinn nicht anwendbar, und unsere eigenen Produktdaten tragen an dieser Stelle genau das ein.
  • Keine Wertangabe. Die GIA druckt das auf dem Bericht selbst: "This report is not a guarantee or valuation."

Dazu kommt die Aussage, die den Charakter des Dokuments insgesamt beschreibt und die man im Deutschen gern stärker liest, als sie gemeint ist: Ein Labor gibt eine Meinung ab, keine Bestätigung. Wo die GIA sich zur Herkunft äußert, setzt sie den eigenen Vorbehalt daneben: "Any statement on geographic origin is an expert opinion based on a collection of observations and analytical data." Das LMHC formuliert es für alle angeschlossenen Labore allgemein: "All findings described in the report are opinions expressed by the laboratory."

Die Nummer auf dem Bericht lässt sich bei der GIA nachschlagen. Wir nennen sie deshalb auf jeder Listung, damit Sie selbst sehen, welche Felder das Dokument führt.

Befundbericht, Laborbericht, Zertifikat, Gutachten: vier Wörter, vier Dinge

Dieser Abschnitt hat im Englischen keine Entsprechung, weil es das Problem dort nicht gibt. Im Deutschen werden vier Wörter für das Papier zu einem Edelstein durcheinandergeworfen, und eines davon bezeichnet etwas, das kein gemmologisches Labor ausstellt.

Wort Was es bezeichnet Wer stellt es aus?
Laborbericht / GIA-Bericht Die Feststellungen eines gemmologischen Labors zu einem Stein: Mineralart, Varietät, Maße, gedruckte Farbe, Phänomen, Behandlungsbefund. GIA, Gübelin, SSEF, GRS und andere
Befundbericht Dasselbe Dokument mit seinem deutschen Namen. Befundbericht ist die Bezeichnung, die die DSEF in Idar-Oberstein selbst verwendet, und damit die sauberste deutsche Form. DSEF und andere deutschsprachige Labore
Zertifikat Im Sprachgebrauch eingebürgert, sachlich schief. Ein Zertifikat bescheinigt die Einhaltung einer Norm. Ein Labor stellt keine Normkonformität fest, sondern beschreibt einen Stein. niemand – es ist ein Alltagswort, kein Dokumententyp
Gutachten Die begründete Beurteilung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, in der Regel mit einem Wertbetrag darin. Kein gemmologisches Labor stellt so etwas aus – weder die GIA noch die DSEF. ein Sachverständiger, nicht ein Labor
Wertgutachten Die Wertermittlung für Versicherung, Erbauseinandersetzung oder Verkauf. Das ist ein eigener, zweiter Auftrag und etwas anderes als die Bestimmung des Steins. ein Versicherungsgutachter oder Sachverständiger – hier ist das Wort richtig

Praktisch heißt das: Wer Ihnen zu einem Stein ein „Gutachten“ ankündigt und Ihnen dann einen Laborbericht aushändigt, verwendet das falsche Wort für das richtige Papier. Das Papier ist in Ordnung – die Ankündigung war es nicht. Und wer Ihnen einen Stein als „GIA-zertifiziert“ anbietet, verwendet ebenfalls ein Wort, das die GIA selbst nicht verwendet: Die GIA berichtet, sie zertifiziert nicht. Wir schreiben deshalb GIA-Bericht.

Eine Kleinigkeit, die beim Umformulieren regelmäßig schiefgeht

Wer die Wörter tauscht, muss im Deutschen auch die Grammatik mittauschen, und das vergisst fast jeder: Das Gutachten ist sächlich, der Bericht ist männlich. Aus ein Gutachten, das die Herkunft nennt wird ein Bericht, der die Herkunft nennt – das Relativpronomen wechselt mit, und genau das wird beim Umformulieren übersehen. Ein Text, in dem beides durcheinandergeht, ist meist ein Text, in dem jemand ein Wort ersetzt und den Satz nicht noch einmal gelesen hat.

Was das für einen Stein wie diesen heißt

Für Farbsteine gelten im deutschsprachigen Raum Gübelin und SSEF als die ersten Adressen, daneben die DSEF in Idar-Oberstein. Zu unseren Chrysoberyll-Katzenaugen liegt keiner dieser drei Berichte vor; was vorliegt, sind GIA-Berichte, und wir nennen die Nummern, damit Sie sie selbst nachschlagen können. Unsere eigene Regel zu den Unterlagen lautet, dass wir jeden Stein oberhalb von 500 $ zur GIA schicken – das ist unsere Schwelle und kein Marktstandard.

Ein Hinweis zum Wertgutachten, weil die Frage bei einem Stein in dieser Größenordnung früher oder später kommt: Wenn Sie das Stück versichern wollen, verlangt Ihre Versicherung unter Umständen eine Wertermittlung. Das ist ein zweiter, eigener Auftrag an einen Sachverständigen oder Versicherungsgutachter, und ein Laborbericht ersetzt ihn nicht – er ist die Grundlage dafür. Umgekehrt ersetzt eine Wertermittlung auch keinen Laborbericht, weil sie den Stein nicht bestimmt.

Fassung, Metall und Pflege

Zargenfassung. Für ein Chrysoberyll-Katzenauge empfehlen wir eine Zargenfassung, die die Rundiste umschließt. Sie schützt den Rand der Kuppel vor dem Anstoßen, dem ein freiliegender Cabochonrand ausgesetzt ist, und sie rahmt das Auge, ohne dass etwas über die Oberseite läuft. Eine Zarge in Gelbgold um ein warm honiggelbes Katzenauge ist eine klassisch schöne Verbindung.

Krappen. Krappen funktionieren, wenn sie tief an der Rundiste sitzen und nicht über die Kuppel greifen. Niedrige Krappen, die den Scheitel vollständig frei lassen, sind in Ordnung; hohe Krappen, die einen Teil der Kuppel verdecken, unterbrechen den Lichtweg und damit das Phänomen.

Das ist unsere eigene Empfehlung aus dem Umgang mit diesen Steinen – kein Labor veröffentlicht Hinweise zu Fassungen, und wir geben hier auch keine wieder.

Metall. Gelbgold ist der natürlichste Partner für eine warme honiggelbe Körperfarbe: Das warme Metall nimmt die Wärme des Steins auf, statt gegen sie zu arbeiten. Weißgold und Platin setzen einen kühlen Kontrast, der die Chatoyanz optisch stärker hervortreten lassen kann. Silber ist im Jyotish das traditionelle Metall für Lahsuniya. Auf die Verschleißfestigkeit des Steins hat die Metallwahl keinen Einfluss; das ist eine Frage des Geschmacks und keine der Haltbarkeit.

Pflege. Die GIA veröffentlicht ihre Pflegeposition zu Alexandrit, und Alexandrit ist Chrysoberyll: warmes Seifenwasser sei immer sicher, Ultraschall- und Dampfreiniger in der Regel ebenfalls. Wir sind bei einem Katzenauge zurückhaltender als das, und wir sagen das lieber deutlich, als es so aussehen zu lassen, als wäre die GIA unserer Meinung. Wir reinigen diese Steine mit warmem Seifenwasser und einer weichen Bürste und lassen den Ultraschall stehen: Das Auge hängt an der Politur der Kuppel, und bei einem Stein, den wir nicht selbst gefasst haben, sehen wir nicht, wie er gehalten wird. Das ist unsere Vorliebe und keine Warnung, die auf einem Bericht steht. Bewahren Sie das Stück getrennt von härteren Steinen auf, damit im Kasten nichts die Kuppel zerkratzt.

Mit Mohshärte 8,5 und ohne eine für den Cabochon maßgebliche Spaltrichtung fassen wir diese Steine ohne Bedenken in einen Ring, der täglich getragen wird. Wie sich das im Einzelnen auswirkt, behandelt unser Ratgeber Chrysoberyll-Katzenauge im Verlobungsring: Eignet es sich? Zur Pflege gefasster Steine allgemein: unser Ratgeber zur Pflege eines Saphir-Verlobungsrings, der Cabochons mit abdeckt.

Woran Sie ein problematisches Angebot im deutschsprachigen Handel erkennen

Und nun der praktische Teil. Die folgenden Formulierungen begegnen Ihnen in deutschsprachigen Angeboten zu diesem Stein regelmäßig. Jede einzelne ist ein Grund nachzufragen – nicht unbedingt ein Betrugsindiz, aber ein Zeichen, dass jemand eine Angabe macht, die er nicht belegen kann.

Was dort steht Was daran nicht stimmt Was Sie fragen sollten
„Katzenauge“ ohne Mineralart Der unqualifizierte Begriff soll Chrysoberyll meinen, wird aber auch für Quarz, Apatit und Glas verwendet – bei einem Bruchteil des Preises. „Welche Mineralart ist das, und steht sie schriftlich auf der Rechnung?“
„Güteklasse AAA“, „Spitzenqualität“, „Handelsklasse 1“ Es gibt für dieses Phänomen keine veröffentlichte Skala. Die Stufe stammt vom Verkäufer. Nach § 5 UWG wäre eine Fundstelle zu nennen – es gibt keine. „Wer hat diese Skala veröffentlicht, und wo kann ich sie nachlesen?“
„GIA-zertifiziert“ Die GIA berichtet, sie zertifiziert nicht. Das Wort verwendet sie selbst nicht. „Wie lautet die Berichtsnummer?“
„mit Gutachten“ Falsches Wort für das richtige Papier. Labore stellen Berichte aus, keine Gutachten. Meistens ist ein Laborbericht gemeint – manchmal aber auch gar nichts. „Welches Labor, welches Dokument, welche Nummer?“
Nur ein Preis pro Karat Nach § 1 PAngV ist gegenüber Verbrauchern der Gesamtpreis anzugeben, nach § 3 Abs. 1 PAngV zusätzlich die Versandkosten. „Was kostet dieser Stein insgesamt, und was kommt an Versand dazu?“
„Ceylon-Qualität“ Ceylon ist ein Handelsname für die Herkunft Sri Lanka. Eine Qualitätsstufe ist es nicht, und wer es als eine verwendet, verwischt zwei verschiedene Aussagen. „Steht die Herkunft in einem Bericht, oder ist sie Ihre Einschätzung?“
„unbehandelt“ ohne Angabe, wer das sagt Ein Laborbefund und eine Händlerangabe tragen nicht gleich weit, auch wenn dasselbe Wort dasteht. „Steht das auf dem Bericht, oder ist es Ihre Angabe?“
„Wertanlage“, „wertstabil“, „Wertsteigerung“ Eine Prognose über die künftige Preisentwicklung eines einzelnen Edelsteins kann niemand belegen. Wir geben keine ab. „Worauf stützt sich das?“

Die Gegenprobe ist einfach, und sie ist nicht auf uns gemünzt: Lassen Sie sich jede Angabe, die Ihnen wichtig ist, schriftlich geben, und sehen Sie zu, dass dabei jeweils dasteht, wer sie macht – das Labor oder der Händler. Die beiden Quellen tragen unterschiedlich weit, und ein Verkäufer, der die Unterscheidung nicht mitmacht, hat sie entweder nicht verstanden oder nicht machen wollen.

Unsere Chrysoberyll-Katzenaugen

Im Bestand ist ein Chrysoberyll-Katzenauge mit 4,25 ct, ovaler Cabochon, dokumentiert im GIA Cat's Eye Chrysoberyl Report Nr. 6247017765, zum Gesamtpreis von 9.482 $. Die GIA hat die Farbe als Greenish Yellow gedruckt, die Maße betragen 9,63 × 7,55 × 5,41 mm. Das Auge liest sich für uns als scharf und gut zentriert, und die Herkunft Sri Lanka ist unsere Einschätzung aus dem Einkauf – beides sind unsere eigenen Urteile und keine Befunde des Berichts, der sich zur Herkunft nicht äußert und ein Phänomen nicht benotet. Wir verkaufen den Stein als unbehandelt; auch das ist unsere Angabe und kein Befund des Berichts, und die Listung sagt das so.

Ebenfalls im Bestand ist ein Chrysoberyll-Katzenauge mit 2,36 ct, ovaler Cabochon, dokumentiert im GIA-Bericht Nr. 2243017776, zum Gesamtpreis von 3.792 $. Die GIA hat die Farbe als Yellow gedruckt; „honiggelb“ ist unsere Beschreibung und nicht die des Berichts. Die Maße betragen 8,79 × 8,24 × 3,38 mm. Die srilankische Herkunft ist wiederum unsere Einschätzung und wird vom Bericht nicht behandelt. Wir verkaufen diesen Stein als unbehandelt – das ist unsere Angabe und kein Befund des Berichts.

Der genannte Preis ist jeweils der Gesamtpreis für den Stein; hinzu kommen die Versandkosten: Versand in die USA kostenlos, ohne Mindestbestellwert, in alle übrigen Länder pauschal 60 $ und ab 499 $ Bestellwert kostenlos.

Unsere Preise verstehen sich in US-Dollar, ohne Einfuhrumsatzsteuer und Zoll; diese fallen bei der Einfuhr in Ihr Land an und sind bei der Zustellung von Ihnen zu zahlen.

Unsere Kollektion Chrysoberyll-Katzenauge führt ausschließlich srilankische Steine, zu jedem mit einem eigenen GIA-Bericht. Unsere Chrysoberyll-Kollektion führt diese zusammen mit facettiertem Chrysoberyll ohne Auge. Alexandrit führen wir nicht – zur Farbwechselvarietät derselben Mineralart siehe unseren Alexandrit-Kaufratgeber.

Zu anderen Phänomensteinen: unsere Kollektion Sternsaphir. Für Sammlerstücke: Steine mit GIA-Bericht.

Vor dem Kauf schicken wir Ihnen gern ein Video des Steins unter einer wandernden Lichtquelle – bei diesem Material ist das aussagekräftiger als jedes Foto und als jedes Adjektiv. Fragen zu einem bestimmten Stein, zu seinem Auge oder zur Beschaffung nach einer Jyotish-Vorgabe an crescentgems@gmail.com – wir antworten innerhalb eines Werktages. Versand in die USA kostenlos, ohne Mindestbestellwert. In alle übrigen Länder pauschal 60 $, ab 499 $ Bestellwert kostenlos. Für jede Bestellung gilt ein Rückgaberecht von 14 Tagen.

Häufige Fragen

Was ist ein Chrysoberyll-Katzenauge?

Ein Chrysoberyll, der als Cabochon geschliffen ist und über der Kuppel eine einzelne helle, wandernde Lichtlinie zeigt. Die Erscheinung heißt Chatoyanz und entsteht an dichten, parallel liegenden faserigen Einschlüssen im Inneren des Steins. Sagen Gemmologen ohne Zusatz „Katzenauge“, meinen sie diesen Stein; jede andere Mineralart, die den Effekt zeigt, wird ausdrücklich benannt – Quarz-Katzenauge, Turmalin-Katzenauge. Wie scharf das Auge an einem bestimmten Stein aussieht, ist eine Beobachtung und keine veröffentlichte Note.

Was bedeutet der Milch-und-Honig-Effekt?

So nennt der Handel eine Zweiteilung der Kuppel: Beleuchtet man den Stein von der Seite statt von oben, wirkt die eine Hälfte milchig weiß und die andere zeigt die Körperfarbe, meist Honiggelb oder Gold. Dreht man den Stein, tauschen die Hälften. Der Ausdruck ist aus dem Englischen entlehnt, er beschreibt ein Aussehen, und er ist kein Fachbegriff und keine Messgröße. Es gibt keine Stelle, die ihn definiert hätte, und kein Laborbericht hält fest, ob ein Stein ihn zeigt.

Benotet ein Labor die Qualität des Katzenauges?

Nein. Kein Labor benotet dieses Phänomen. Die GIA schreibt selbst, sie „vergibt für Saphir und andere Farbsteine weder Noten noch Qualitätsanalysen“, und das LMHC, das die Berichtsformulierungen der großen Labore vereinheitlicht, führt 18 Informationsblätter, von denen keines die Chatoyanz behandelt. Ein Bericht hält fest, dass der Stein das Phänomen zeigt; er benotet es nicht. Jede Beschreibung des Erscheinungsbilds ist daher die Aussage des Verkäufers, unsere eingeschlossen – und deshalb schicken wir Ihnen lieber ein Video des Steins als ein Adjektiv.

Ist ein GIA-Bericht ein Gutachten?

Nein, und der Unterschied ist im Deutschen wichtig. Ein Gutachten ist die begründete Beurteilung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, meist mit einem Wertbetrag darin. Kein gemmologisches Labor stellt ein solches Dokument aus. Was ein Labor ausstellt, ist ein Bericht, und die DSEF in Idar-Oberstein nennt ihn zutreffend Befundbericht. Eine Wertermittlung für die Versicherung ist demgegenüber ein eigener, zweiter Auftrag an einen Versicherungsgutachter – dort ist das Wort richtig.

Warum steht auf dieser Seite kein Preis pro Karat?

Weil ein Preis pro Karat nach § 1 PAngV kein Gesamtpreis ist. Der Gesamtpreis ist das, was einschließlich Umsatzsteuer und aller unvermeidbaren Bestandteile tatsächlich zu zahlen ist, und nach § 3 Abs. 1 PAngV sind die Versandkosten gesondert und deutlich auszuweisen. Eine Rechengröße pro Gewichtseinheit erfüllt beides nicht, und bei Phänomensteinen lässt sich der Preis eines größeren Steins ohnehin nicht errechnen, indem man eine Spanne mit dem Gewicht multipliziert. Wir nennen deshalb Gesamtpreise für bestimmte Steine, und der verbindliche Preis steht auf der jeweiligen Produktseite.

Ist Chrysoberyll dasselbe wie Beryll?

Nein, und die Namensähnlichkeit ist im Deutschen besonders irreführend. Beryll ist ein Silikat; dazu gehören Smaragd und Aquamarin. Chrysoberyll ist ein Oxid, mit anderem Kristallsystem und anderer Härte. Gemeinsam ist beiden nur das Beryllium im Namen. Es gibt auch ein Aquamarin-Katzenauge – das ist dann Beryll und ein anderer, günstigerer Stein.

Unerhitzt oder unbehandelt – was gilt für Ihre Steine?

Die beiden Wörter sagen Verschiedenes: „unerhitzt (keine Hitzebehandlung)“ betrifft nur die Wärme, „unbehandelt“ schließt jede Behandlung aus. Chrysoberyll-Katzenauge wird in der Regel nicht behandelt. Unsere eigenen Steine verkaufen wir als unbehandelt, und das ist unsere eigene Angabe und kein Befund auf dem Bericht; die Produktseite sagt das mit diesen Worten. Die Behandlung steht auf jeder Listung, Labor und Berichtsnummer stehen dort, wo ein Bericht vorliegt, und wo keiner vorliegt, sagen wir das ausdrücklich.

Führen Sie auch Alexandrit?

Nein. Alexandrit ist zwar dieselbe Mineralart – Alexandrit ist Chrysoberyll, nur mit Farbwechsel statt mit Chatoyanz –, und es gibt sogar Steine, die beides zugleich zeigen, das Alexandrit-Katzenauge. Im Bestand haben wir davon nichts. Was wir bei Chrysoberyll führen, sind srilankische Steine mit GIA-Bericht; zum Alexandrit siehe unseren eigenen Ratgeber dazu.

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