
- von Ahmed Shareek
Chrysoberyll-Katzenauge: Chatoyanz, Körperfarbe, Herkunft und Lahsuniya
- von Ahmed Shareek
Wir kaufen unsere Chrysoberyll-Katzenaugen direkt an der Quelle in Sri Lanka ein und geben sie ohne Zwischenhandel an Sie weiter.
Interessieren Sie sich für andere Phänomensteine? Dann lesen Sie unseren Sternsaphir-Kaufratgeber. Zum Alexandrit, der Farbwechselvarietät derselben Mineralart, unseren Alexandrit-Kaufratgeber. Zum Farbwechsel beim Saphir, einer ganz anderen Mineralart, unseren Ratgeber zum Farbwechsel-Saphir. Zur Verwendung des Katzenauges im Jyotish unseren Jyotish-Ratgeber. Preise und Unterlagen behandelt gesondert unser Ratgeber Chrysoberyll-Katzenauge: Preise pro Karat und wovon sie abhängen.
Das Chrysoberyll-Katzenauge ist kein Stein, dem deutschsprachige Käufer zufällig begegnen. Er steht nicht neben Saphir, Smaragd und Diamant in der Verlobungsring-Auswahl, er taucht in den ersten Suchergebnissen zu „Edelstein kaufen“ nicht auf, und die meisten Juweliere in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen ihn nicht im Schaufenster. Gefunden wird er von zwei Gruppen: von Sammlern, die die geläufigen Farbsteinkategorien durchhaben und bei den Phänomensteinen angekommen sind, und von Menschen, denen im Jyotish Lahsuniya – das Katzenauge – für Ketu empfohlen wurde und die dabei zum ersten Mal sehen, wie ein feines Chrysoberyll-Katzenauge tatsächlich aussieht.
Die Reaktion ist in beiden Fällen dieselbe: Man hatte nicht damit gerechnet, dass es so etwas gibt.
Ein kräftig honiggelbes Chrysoberyll-Katzenauge mit voll ausgeprägtem Zweiton-Effekt – eine Hälfte der Kuppel milchig hell, die andere goldwarm, und darüber die scharfe, mittig stehende Lichtlinie – gehört nach unserem Eindruck zu den außergewöhnlichsten Dingen, die die Natur an Edelsteinen hervorbringt. Es ist eine optische Täuschung, die keine ist.
Dieser Ratgeber behandelt die Mineralogie, die Entstehung des Auges, worauf wir beim Einkauf schauen und warum nichts davon in einem Laborbericht steht, die Rechtslage, in der ein deutschsprachiger Käufer sich bewegt, die Herkunftsfrage, Lahsuniya im Jyotish, Imitationen, Fassung und Pflege – und was ein GIA-Bericht zu diesem Material wirklich festhält.
Zahlen zum Bestand nennen wir in diesem Text nicht, weil sie sich mit jedem Verkauf ändern. Was gilt, steht als Grundsatz da: Wir führen bei Chrysoberyll ausschließlich srilankische Steine, und zu jedem liegt ein eigener GIA-Bericht vor. Für einen bestimmten Stein ist die Produktseite die Antwort und nicht dieser Beitrag.
Chrysoberyll ist Berylliumaluminiumoxid, chemisch BeAl2O4. Es ist eine eigenständige Mineralart, und sie ist weder mit Korund (Saphir und Rubin) noch mit Beryll (Smaragd und Aquamarin) noch mit Granat verwandt. Die Mohshärte liegt bei 8,5. Chrysoberyll zeigt eine Spaltbarkeit, die für den Cabochonschliff aber keine praktische Rolle spielt, und er trägt sich gut.
Die Endung führt in die Irre, und im Deutschen stärker als im Englischen, weil wir die Mineralart Beryll mit demselben Doppel-l schreiben wie Chrysoberyll. Zwei Wörter, die auf dieselben sechs Buchstaben enden, bezeichnen hier zwei völlig verschiedene Mineralarten:
Gemeinsam ist beiden nur das Beryllium im Namen. Wer in einer Anzeige „Chrysoberyll“ liest und an Beryll denkt, liegt mineralogisch falsch – und umgekehrt. Es gibt auch ein Katzenauge im Aquamarin, also im Beryll; das ist ein anderer, deutlich günstigerer Stein, und auf diese Verwechslung kommen wir weiter unten zurück.
Zur dritten Varietät führen wir ein Beispiel: einen facettierten Chrysoberyll mit 3,64 ct, GIA Identification Report 2235922104, grüngelb, oval, ohne Chatoyanz. Er zeigt die Transparenz und die Härte des Materials ohne das Auge, um das es hier geht. Wir verkaufen ihn als unbehandelt – das ist unsere eigene Angabe, und die Listung sagt das auch so.
Noch eine Benennungsfrage, die im deutschen Handel laufend Ärger macht: Wenn Gemmologen ohne weiteren Zusatz von Katzenauge sprechen, meinen sie das Chrysoberyll-Katzenauge. Jeder andere chatoyante Stein muss mit seiner Mineralart benannt werden – Turmalin-Katzenauge, Aquamarin-Katzenauge, Quarz-Katzenauge. Der unqualifizierte Begriff gehört in der gemmologischen Tradition allein dem Chrysoberyll. Ein Angebot, das nur „Katzenauge“ sagt, sagt damit noch nichts.
Die Mohsskala misst die Ritzhärte und sonst nichts. Sie ist eine Eigenschaft der Mineralart und kein Befund über einen einzelnen Stein; kein Labor misst sie an Ihrem Exemplar nach und kein Bericht hält sie fest. Mit 8,5 widersteht Chrysoberyll dem alltäglichen Abrieb, dem ein getragener Ring ausgesetzt ist, gut.
Was die Mohszahl nicht misst, ist die Zähigkeit – die Widerstandsfähigkeit gegen Absplittern und Reißen durch Stöße. Das sind zwei verschiedene Eigenschaften auf zwei verschiedenen Skalen, und im Deutschen lädt das Wortpaar „hart“ und „zäh“ geradezu dazu ein, sie zu verwechseln. Ein Stein kann hart und trotzdem schlagempfindlich sein.
Bei der Zähigkeit des Chrysoberylls widersprechen sich die veröffentlichten Quellen, und wir zeigen Ihnen den Widerspruch lieber, als uns stillschweigend auf die schmeichelhafte Seite zu schlagen. Die GIA schreibt über Alexandrit – und Alexandrit ist Chrysoberyll –, das Material besitze eine ausgezeichnete Zähigkeit und keine Spaltbarkeit. Die mineralogischen Nachschlagewerke gehen in die andere Richtung: Das Handbook of Mineralogy verzeichnet die Spaltbarkeit des Chrysoberylls als deutlich nach {110}, unvollkommen nach {010} und undeutlich nach {001}, und Mindat sieht es ebenso. Eine von einem Labor veröffentlichte Einstufung der Zähigkeit haben wir für Chrysoberyll nicht gefunden. Wir arbeiten mit der vorsichtigeren der beiden Lesarten. Das ist unsere Lesart eines Widerspruchs in den Quellen und kein Befund aus einem Bericht.
Eine Härte-Rangliste finden Sie auf dieser Seite nicht. Das ist Absicht. Eine Zahlenreihe, die Steine nach Härte sortiert, beantwortet die Frage nicht, die ein Käufer wirklich hat – ob dieser Stein in dieser Fassung im Alltag hält –, und sie lädt zu einem Vergleich ein, für den wir keine gemessene Grundlage haben. Wir nennen den Wert für Chrysoberyll, wir sagen, was er misst und was nicht, und dabei bleibt es. Warum wir im deutschsprachigen Raum mit Ranglisten besonders zurückhaltend sind, steht weiter unten im Abschnitt zu § 5 und § 6 UWG.
| Merkmal | Chrysoberyll-Katzenauge |
|---|---|
| Mineralart | Chrysoberyll (BeAl2O4), Oxidmineral |
| Varietätsname | Cymophan (bei Chatoyanz); im Handel: Chrysoberyll-Katzenauge |
| Mohshärte | 8,5 – die Mohsskala misst allein die Ritzhärte, nicht die Zähigkeit |
| Spaltbarkeit | Deutlich nach {110}; für die Orientierung eines Cabochons ohne praktische Bedeutung |
| Brechungsindex | 1,746–1,755 (so geben es unsere eigenen Produktdaten an) |
| Phänomen | Chatoyanz – eine einzelne wandernde Lichtlinie über der Kuppel |
| Schliff | Cabochon, zwingend – die Formangabe (etwa Oval) ist davon zu trennen |
| Behandlung | In der Regel keine; die Behandlung steht auf jeder Listung |
| Wichtige Vorkommen | Sri Lanka (Ceylon), Brasilien, Indien, Tansania |
Chatoyanz ist eine optische Erscheinung. Sie entsteht, wenn Licht an parallel liegenden faserigen Einschlüssen im Inneren des Steins reflektiert wird. Beim Chrysoberyll sind das üblicherweise hohle Wachstumsröhren oder feine Rutilnadeln, die während der Kristallbildung parallel zur Längsachse gewachsen sind. Sind genügend dieser parallelen Einschlüsse vorhanden, bündelt sich das an ihnen reflektierte Licht zu einer einzigen hellen Linie, die quer zur Richtung der Nadeln steht.
Der Mechanismus im Einzelnen: Jeder Einschluss wirkt wie ein winziger Spiegel und wirft Licht quer zu seiner eigenen Längsrichtung zurück. Liegen Tausende solcher Nadeln parallel übereinander und reflektieren alle in dieselbe Richtung, summieren sich die Reflexe zu einem einzigen hellen Band – dem Katzenauge. Kippt man den Stein, ändert sich der Reflexionswinkel, und das Band wandert über die Kuppel. Das ist der Eindruck eines Auges, das sich öffnet und schließt.
Die gewölbte, polierte Oberfläche bündelt das im Stein gestreute Licht zu einer einzigen Linie. Die Wölbung ist also nicht Schutz, sondern Optik: Sie ist der Grund, warum es den Cabochonschliff bei diesem Material überhaupt gibt.
Damit ein geschliffener Stein ein Auge zeigt, müssen drei Bedingungen zusammenkommen:
Daraus folgt etwas, das Käufer oft unterschätzen: Wie gut ein Katzenauge aussieht, hängt zur einen Hälfte am Rohstein – Dichte und Ausrichtung der Nadeln – und zur anderen Hälfte am Schleifer, der die richtige Orientierung erkennen muss, bevor er den ersten Schnitt setzt. Feines Rohmaterial, schlecht orientiert geschliffen, ergibt ein mittelmäßiges Auge. Mäßig eingeschlossenes Rohmaterial, gut orientiert geschliffen, kann überraschend gut werden.
Und noch etwas: Facettieren würde den Einschlüssen nichts anhaben – sie liegen im Inneren –, es würde nur kein Auge erzeugen. Deshalb wird Chrysoberyll ohne Chatoyanz ganz regulär facettiert, und deshalb steht bei unseren Katzenaugen in der Formangabe Oval und in der Schliffart Cabochon: zwei Felder mit zwei verschiedenen Aussagen, die man nicht zu einer zusammenziehen sollte.
Für den auffälligsten Effekt, den dieses Material zeigt, gibt es im Englischen eine feststehende Wendung: milk and honey. Sie benennt eine Zweiteilung der Kuppel in eine milchig helle und eine honigwarme Hälfte. Weil deutschsprachige Käufer auf diesen Ausdruck früher oder später stoßen – in englischen Angeboten, in Auktionskatalogen, in der gemmologischen Literatur –, gehört an dieser Stelle eine klare Auskunft darüber, was er ist und was er nicht ist.
Der deutsche Handel benutzt den Ausdruck, aber er benutzt ihn geborgt. Man sagt im Deutschen Milch-und-Honig-Effekt, und man sagt es üblicherweise mit einer Distanzmarkierung davor: der sogenannte, oder so nennt es der Handel. Das ist kein Zufall und kein Stilfehler. Es ist zutreffend. Es gibt keine Stelle, die den Ausdruck definiert hätte, keine Norm, die ihn trüge, und keinen Schwellenwert, ab dem er zustünde. Er ist ein Handelsausdruck, kein Fachbegriff, und schon gar keine Messgröße.
Wir halten es auf dieser Seite deshalb so und bleiben dabei durchgängig:
Eine deutsche Übersetzung, die das Bild ersetzt, gibt es nicht und sollte es auch nicht geben. Milchig-honigfarbener Zweiton-Effekt beschreibt, was man sieht, aber es ist eine Umschreibung und kein Name; wer danach sucht, findet nichts, und wer es in einem Angebot liest, weiß nicht, dass dieselbe Sache gemeint ist. Der geborgte Ausdruck mit einer ehrlichen Erklärung daneben ist die bessere Lösung.
In keinem Laborbericht steht er. Weder die GIA noch irgendein anderes Labor hält fest, ob ein Stein diesen Effekt zeigt oder wie stark. Was auf dieser Seite dazu steht, ist unsere Beschreibung und die Ihre, wenn Sie den Stein selbst in der Hand halten.
Dass der Handel Katzenaugen über das Phänomen bepreist, bestreitet niemand. Was es nicht gibt, ist eine veröffentlichte Benotung durch ein Labor. Kein Labor benotet dieses Phänomen. Die GIA schreibt selbst, sie „vergibt für Saphir und andere Farbsteine weder Noten noch Qualitätsanalysen“, und das LMHC, das die Berichtsformulierungen der großen Labore vereinheitlicht, hat dazu kein Informationsblatt veröffentlicht. Die CIBJO definiert die Kategorie und hört dort auf. Ein Bericht hält fest, dass der Stein das Phänomen zeigt; er benotet es nicht.
Das LMHC-Argument lässt sich genauer fassen, als es üblicherweise vorgetragen wird, und das ist der Mühe wert. Das Laboratory Manual Harmonisation Committee führt derzeit 18 Informationsblätter: ein allgemeines Blatt zum Berichtsaufbau, die nummerierten Blätter und ein Blatt zu Perlen. Ihre Gegenstände sind Hitzerückstände im Korund, Gitterdiffusion, Glasfüllung, Padparadscha, Risskittung beim Smaragd, Paraíba-Turmalin, die Formulierung bei fehlenden Hitzeindizien, nicht bestimmbare Farbechtheit, Alexandrit und Farbwechsel, Bernstein und Kopal, Jadeit, organische Füllstoffe, Hydrophan-Opal, Kobalt-Spinell, Tansanit, Farbstabilitätsprüfung und Mehrfacheinsendungen von Perlen. Keines behandelt eine Qualitätsstufe, und keines behandelt Chatoyanz. Das ist kein Einwand gegen die Labore. Es ist der Grund, warum eine Güteskala für dieses Phänomen, wenn jemand sie Ihnen zeigt, von ihm selbst stammt.
Fast alles, was auf Deutsch über die Benotung eines Farbsteins geschrieben wird, ist Diamant-Text mit ausgetauschtem Steinnamen. Für den Diamanten gibt es eine veröffentlichte Skala; für das Auge in einem Chrysoberyll gibt es keine. Jede Beschreibung des Erscheinungsbilds ist daher die Aussage des Verkäufers, unsere eingeschlossen. Wir schicken Ihnen deshalb lieber ein Video des Steins als ein Adjektiv.
Was jetzt folgt, ist, worauf wir beim Einkauf schauen, und warum jeder dieser fünf Punkte etwas daran ändert, wie sich der Stein in der Hand verhält. Nichts davon ist eine Note, und nichts davon wird in einem Bericht auftauchen.
Die Lichtlinie soll ein einzelnes, klar abgegrenztes helles Band mit sauberen Rändern sein. Die schärfsten Augen haben etwas Lichtleiterhaftes – eine helle, messerdünne weiße Linie, die ihre Kontur behält, während man den Stein kippt. Schwächere Augen sind breit, diffus oder unterbrochen. Die Schärfe hängt an Dichte und Ausrichtung der Nadeln: Je dichter und je genauer parallel, desto schärfer die Linie.
Ein praktischer Hinweis dazu, der in deutschen Wohnungen zählt: Beurteilen Sie die Schärfe unter einer Lichtquelle. Unter einer modernen Deckenleuchte mit mehreren LED-Spots sehen Sie mehrere schwache Linien statt einer scharfen, und der Stein wirkt schlechter, als er ist. Das ist kein Fehler des Steins, sondern der Beleuchtung.
Hält man eine einzelne Lichtquelle senkrecht über den Stein, soll das Auge mittig über dem Scheitel der Kuppel stehen. Sitzt es seitlich daneben, ist es dezentriert – ein Schleiffehler, und der Markt bezahlt dafür weniger. Eine leichte Abweichung wird im Handel hingenommen, eine deutliche mindert den Reiz des Steins erheblich. Gute Schleifer richten den Rohstein sorgfältig aus, damit das Auge am Ende in der Mitte steht.
Eine Zentrierungsnote gibt es dafür nicht, und wir führen auch keine ein. Mittig oder nicht mittig können Sie selbst sehen, und genau deshalb zeigen wir es Ihnen lieber im Video.
Das ist das Merkmal, nach dem erfahrene Käufer zuerst suchen, und ein Stein, der es voll zeigt, ist nicht häufig. In keinem Laborbericht wird es festgehalten.
Richtet man eine einzelne gerichtete Lichtquelle von der Seite auf den Stein statt von oben, teilt sich die Kuppel in zwei deutlich unterscheidbare Zonen: Die eine Hälfte – die beleuchtete – wirkt milchig weiß, weil die dichten Faserbündel das einfallende Licht streuen und zum Betrachter zurückwerfen. Die andere Hälfte – die beschattete – zeigt die Körperfarbe des Steins, typischerweise goldenes Honiggelb oder Grünlichgelb, weil die Farbe dort durch die durchscheinenden Einschlüsse hindurch gelesen wird. Dreht man den Stein, tauschen die beiden Hälften die Rollen: Aus milchig wird honigfarben und aus honigfarben milchig.
Dafür braucht es eine sehr hohe Einschlussdichte – dicht genug, um von der hellen Seite kräftig zu streuen, und zugleich durchscheinend genug, um von der dunklen Seite die Körperfarbe durchzulassen. Ein Stein ohne diesen Effekt kann trotzdem schön sein; ein Stein, der ihn voll zeigt, ist außergewöhnlich.
So prüfen Sie den Milch-und-Honig-Effekt selbst:
Die Körperfarbe reicht beim Chrysoberyll-Katzenauge von blassem Strohgelb über helles Goldgelb und Honigbernstein bis Grünlichgelb. Am stärksten gesucht ist ein sattes, warmes Honig- oder Goldgelb – die Farbe, bei der das Bild von Milch und Honig unmittelbar einleuchtet. Grünlichgelbe Steine gelten im Handel als weniger gesucht. Eine Preisregel folgt daraus nicht: Bei unseren eigenen Steinen trägt gerade der grünlichgelbe den höheren Preis, weil Gewicht und Auge mitentscheiden. Ein grünlicher Stein mit einem hervorragenden Auge kann deshalb der klügere Kauf sein.
Hier ist eine Unterscheidung wichtig, die der deutsche Handel oft verwischt: Was ein Labor druckt, und was ein Händler beschreibt, sind zwei verschiedene Dinge. Die GIA druckt für unsere Steine die Farbwerte Greenish Yellow und Yellow. „Honiggelb“ steht auf keinem dieser Berichte – das ist unsere Beschreibung, und wir sagen das auf der jeweiligen Produktseite auch ausdrücklich. Wer Ihnen eine Handelsfarbe nennt und sie so aussehen lässt, als stünde sie im Bericht, verwechselt zwei Quellen, und im deutschsprachigen Raum ist das nicht nur unsauber, sondern angreifbar.
Im Jyotish wird die ideale Körperfarbe gern als die einer reifen Mango oder eines Katzenauges beschrieben – ein warmes, sattes Gold.
Wie der Sternsaphir muss auch das Chrysoberyll-Katzenauge als Cabochon geschliffen sein. Die Kuppelhöhe entscheidet mit: zu flach, und das Auge wird schwach und diffus; zu hoch, und die Körperfarbe dunkelt ab, der Stein wirkt stumpf. Die richtige Höhe lässt ein scharfes, mittiges Auge zu und hält zugleich die Körperfarbe lebendig. Die Unterseite soll so flach wie möglich sein; eine dick stehengelassene Unterseite treibt nur das Karatgewicht hoch, ohne dass der Stein davon besser aussieht.
Für einen Ring kommt dazu, dass ein Cabochon höher über dem Finger sitzt als ein facettierter Stein gleicher Größe. Das ist eine Frage der Fassung, und darauf kommen wir weiter unten zurück.
Diese fünf Dinge sind es, und ungefähr in dieser Reihenfolge. Wir machen daraus keine benannten Stufen mit Preisspannen daneben. Es gibt keine veröffentlichte Skala, an der solche Stufen hängen könnten; jede Stufenliste dieser Art ist die Erfindung dessen, der sie aufstellt, und unsere wäre es auch. Was bei dem einen Händler „Spitzenqualität“ heißt, muss beim nächsten nichts bedeuten, und wer einen Händler auf eine Stufe festnagelt, nagelt ihn auf nichts fest.
Was eine Listung dagegen feststellen kann und wofür wir geradestehen, ist enger und nützlicher: das Karatgewicht, die Form und die Schliffart, die Farbe, die das Labor gedruckt hat, die Berichtsnummer und der Gesamtpreis. Alles auf dieser Seite darüber, wie ein Auge aussieht, ist eine Einschätzung – unsere, und dann Ihre. Auch deshalb schicken wir Ihnen lieber ein Video des Steins unter einer wandernden Lichtquelle als ein Adjektiv.
Dass wir hier keine Qualitätsstufen aufstellen, ist nicht nur eine Frage der Redlichkeit. Im deutschsprachigen Raum ist es eine Frage des Wettbewerbsrechts, und die Vorschrift, die ein ungedeckter Benotungsmaßstab auslöst, heißt § 5 UWG.
§ 5 UWG verbietet irreführende geschäftliche Handlungen. Der Fall, der hier einschlägig ist, hat im deutschen Wettbewerbsrecht einen eigenen Namen: Testwerbung. Gemeint ist Werbung, die sich auf ein Prüf-, Test- oder Bewertungsergebnis beruft. Die Anforderungen sind seit Langem geklärt und laufen auf drei Punkte hinaus:
Jetzt legen Sie das auf eine Güteskala für das Katzenauge. Es gibt keine Fundstelle, weil keine Institution eine solche Skala veröffentlicht hat. Es gibt keine offengelegten Kriterien, weil niemand definiert hat, wo „scharf“ aufhört und „sehr scharf“ anfängt. Und es gibt kein Ergebnis, zu dem die Aussage passen könnte, weil keine Prüfung stattgefunden hat. Eine Güteklasse auf einem Phänomenstein ist damit genau die Konstellation, die § 5 UWG erfasst: die Autorität einer Prüfung, die es nicht gegeben hat.
Deshalb kommen die folgenden Wörter auf dieser Seite nicht als Einstufung vor, und wir nennen sie hier ausdrücklich, damit Sie sie wiedererkennen, wenn Sie ihnen anderswo begegnen:
Zwei weitere Vorschriften gehören in denselben Zusammenhang, weil sie die beiden anderen Wege abschneiden, auf denen eine Rangliste zurück auf eine Seite kommt:
Das ist übrigens kein Verzicht, sondern eine Verschiebung. Was wir Ihnen stattdessen geben, sind die Angaben, die wirklich nachprüfbar sind: Mineralart und Varietät aus dem Bericht, die gedruckte Farbe, das Gewicht, die Maße, die Berichtsnummer zum Nachschlagen – und ein Video des Steins unter einer wandernden Lichtquelle, an dem Sie sich Ihr eigenes Urteil bilden.
Auf deutschsprachigen Edelsteinseiten ist der Preis pro Karat die gewohnte Darstellungsform. Auf dieser Seite steht keiner, und der Grund ist die Preisangabenverordnung.
Nach § 1 PAngV ist gegenüber Verbrauchern der Gesamtpreis anzugeben – der Preis, der einschließlich Umsatzsteuer und aller sonstigen unvermeidbaren Bestandteile tatsächlich zu zahlen ist. Nach § 3 Abs. 1 PAngV sind zusätzlich die Versandkosten gesondert und deutlich auszuweisen.
Ein Preis pro Karat ist kein Gesamtpreis. Er ist eine Rechengröße des Handels, bezogen auf eine Gewichtseinheit. Er enthält keine Steuer, keine Versandkosten und keinen bestimmten Stein. Multipliziert man ihn mit einem Gewicht, kommt keine Zahl heraus, die jemand von Ihnen verlangen würde – bei Phänomensteinen schon deshalb nicht, weil der Preis nicht linear mit dem Gewicht läuft.
Wird der Karatpreis zusätzlich als Spanne angegeben – „zwischen X und Y pro Karat“ –, kommt § 5 UWG noch einmal dazu: Eine Spanne behauptet eine Markterhebung. Wer sie nennt, müsste sagen können, wer wann was erhoben hat. Meistens kann das niemand.
Wir nennen deshalb Gesamtpreise für bestimmte Steine, und zwar mit den beiden Sätzen, die nach § 3 Abs. 1 PAngV dazugehören:
Der genannte Preis ist der Gesamtpreis für den Stein; hinzu kommen die Versandkosten: Versand in die USA kostenlos, ohne Mindestbestellwert, in alle übrigen Länder pauschal 60 $ und ab 499 $ Bestellwert kostenlos.
Unsere Preise verstehen sich in US-Dollar, ohne Einfuhrumsatzsteuer und Zoll; diese fallen bei der Einfuhr in Ihr Land an und sind bei der Zustellung von Ihnen zu zahlen.
Der zweite Satz ist für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz der wichtigere der beiden, und er wird auf englischsprachigen Seiten fast nie gesagt. Ein loser Edelstein, den wir Ihnen schicken, ist zollrechtlich eine Einfuhr. Die Einfuhrumsatzsteuer entsteht bei der Einfuhr, sie wird vom Zoll erhoben, und sie wird typischerweise bei der Zustellung fällig. Rechnen Sie sie zu einem in Dollar ausgezeichneten Preis hinzu, bevor Sie ihn mit einem Angebot aus dem Inland vergleichen – sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Zahlen.
Wer einen bestimmten Preis wissen will: Er steht auf der Produktseite, und nur dort ist er aktuell. Preise pro Karat als Marktorientierung – ausdrücklich als Orientierung und nicht als Angebot – behandelt unser gesonderter Ratgeber Chrysoberyll-Katzenauge: Preise pro Karat und wovon sie abhängen.
Ein Punkt, den kein deutscher Edelsteinratgeber auseinanderhält, obwohl er auf einer Seite über einen Stein in einer Goldfassung zwangsläufig in einem Satz zusammentrifft: Karat bezeichnet im Deutschen zwei verschiedene Dinge.
„Ein 4,25-Karäter in 18 Karat Gelbgold“ enthält also beide Bedeutungen, und sie haben nichts miteinander zu tun. Im deutschen Fachhandel ist für das Metall die Tausenderangabe – 750er, 585er – ohnehin die üblichere und die klarere.
Ein loser Edelstein, der aus einem Drittland zu Ihnen nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz kommt, ist zollrechtlich eine Einfuhr, und das ist der Teil, den englischsprachige Edelsteinseiten nie erklären. Der Ablauf hat drei Stufen, und sie werden häufig in einen Topf geworfen:
Den jeweils geltenden Satz nennen wir hier bewusst nicht, weil Sätze sich ändern und sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheiden. Schlagen Sie ihn für Ihr Land nach, bevor Sie zwei Angebote vergleichen. Der praktische Punkt ist dieser: Ein Preis aus einem Drittland und ein Preis aus dem Inland sind erst dann vergleichbar, wenn Sie die Einfuhrabgaben auf die erste Zahl aufgeschlagen haben. Wer das nicht tut, vergleicht einen Nettobetrag mit einem Bruttobetrag und wundert sich bei der Zustellung.
Für die Schweiz kommt dazu, dass es sich auch gegenüber der EU um eine Einfuhr handelt, mit eigenen Freigrenzen und eigenem Satz. Für Österreich gelten dieselben EU-Zollvorschriften wie für Deutschland, aber ein eigener Umsatzsteuersatz.
Vorweg der Satz, der über dem ganzen Abschnitt steht: Die Herkunft ist keine Qualitätsstufe. Wo ein Stein entstanden ist und wie er aussieht, sind zwei getrennte Befunde, und den einen zu bepreisen, als wäre er der andere, ist eine Gewohnheit, die man ablegen sollte.
Das ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht nur eine redaktionelle Haltung. § 6 Abs. 2 Nr. 5 UWG erfasst die Herabsetzung von Mitbewerbern, und eine Herkunftsrangliste tut genau das: Wer schreibt, Material aus einem bestimmten Land sei „zweite Wahl“, setzt jeden Händler herab, der von dort verkauft – auch wenn kein Name fällt, denn der Kreis der Betroffenen ist mittelbar bestimmbar. Die folgenden Abschnitte beschreiben deshalb, wofür ein Vorkommen bekannt ist, und stellen keine Reihenfolge auf.
Sri Lanka liefert Chrysoberyll-Katzenauge, solange mit dem Stein gehandelt wird, und dort kaufen wir unsere. Derselbe edelsteinführende Highland Complex, der die Saphire, Spinelle und Granate der Insel hervorbringt, bringt auch Chrysoberyll hervor, und die faserigen Einschlüsse in diesem Material sind das, woraus das Auge besteht.
Gefunden werden die Steine meist in alluvialen Kiesen – denselben illama-Lagen, die Saphir, Chrysoberyll und Spinell gemeinsam liefern. Illama ist das singhalesische Wort für die edelsteinführende Schicht; es ist die Schreibweise, die unser Haus verwendet. Wir kaufen in Ratnapura, Beruwala und Colombo. Dazu unser Ratgeber zum Edelsteinmarkt von Ratnapura und unser Ratgeber zum Schachtbergbau.
Zum Handelsnamen: Ceylon-Saphir ist ein Handelsname, die sachliche Angabe lautet Saphir aus Sri Lanka – und dasselbe gilt für den Chrysoberyll. Ceylon darf den Stein benennen, weil deutschsprachige Käufer so suchen. Es darf ihn nicht bewerten. Eine „Ceylon-Qualität“ oder eine „Ceylon-Güte“ gibt es nicht, und wo das Wort auf einer Qualitätsachse auftaucht, ist es falsch verwendet. Das zutreffende deutsche Adjektiv ist srilankisch; die älteren, vom Handelsnamen abgeleiteten Adjektivformen verwenden wir nicht.
Brasilien liefert Chrysoberyll-Katzenauge aus dem Bundesstaat Minas Gerais. Das Material tendiert zu einer helleren, gelblicheren Körperfarbe als das warme Honiggold, für das Sri Lanka bekannt ist. Ein feines brasilianisches Katzenauge mit ausgeprägtem Milch-und-Honig-Effekt ist ein wirklich schöner Stein.
Indien liefert Chrysoberyll-Katzenauge, häufig in größeren Gewichten, und die Augen auf indischem Material sind tendenziell breiter. Wer vor allem Karatgewicht sucht, landet üblicherweise dort.
Tansania liefert Chrysoberyll-Katzenauge neben seiner übrigen Edelsteinproduktion, in kleinen Mengen, und das Material schwankt von Stein zu Stein erheblich. Einen tansanischen Stein beurteilt man am Stein.
| Vorkommen | Wofür das Material bekannt ist | Führen wir es? |
|---|---|---|
| Sri Lanka (Ceylon) | Warmes Honiggold bis Grünlichgelb | Ja – jeder Chrysoberyll, den wir führen |
| Brasilien (Minas Gerais) | Heller, gelblicher | Nein |
| Indien | Gelb bis Grünlichgelb, häufig in größeren Gewichten | Nein |
| Tansania | Schwankt erheblich von Stein zu Stein | Nein |
Jeder Chrysoberyll, den wir führen, ist srilankisch; brasilianisches, indisches und tansanisches Material führen wir derzeit nicht. Nichts in der Tabelle oben ist deshalb ein Vergleich zwischen Steinen, die wir nebeneinander in der Hand gehabt hätten – es ist eine Beschreibung dessen, wofür die jeweilige Quelle bekannt ist. Eine Qualitätsspalte und eine Aufpreisspalte gibt es in dieser Tabelle nicht, und das ist kein Versehen: Beide wären eine Herkunftsrangliste, und über die steht oben, warum sie hier nicht hingehört.
Weil der unqualifizierte Begriff Katzenauge in der gemmologischen Tradition dem Chrysoberyll gehört, müssen alle übrigen chatoyanten Steine mit ihrer Mineralart benannt werden. Für deutschsprachige Käufer ist das keine Terminologiefrage, sondern eine Geldfrage: Das Risiko besteht darin, einen Chrysoberyllpreis für eine andere Mineralart zu zahlen.
| Stein | Mineralart | Mohshärte | Wie das Auge typischerweise aussieht |
|---|---|---|---|
| Chrysoberyll-Katzenauge | Chrysoberyll | 8,5 | Schmal und scharf begrenzt; der Stein, den der unqualifizierte Begriff meint |
| Turmalin-Katzenauge | Turmalin | 7–7,5 | Sichtbar, meist weicher begrenzt |
| Aquamarin-Katzenauge | Beryll | 7,5–8 | Blass, oft diffus |
| Quarz-Katzenauge (Tigerauge) | Quarz | 7 | Breit und diffus; kein Milch-und-Honig-Effekt |
| Apatit-Katzenauge | Apatit | 5 | Kann scharf sein, aber der Stein ist für einen Ring weich |
Die Härtewerte in der Tabelle sind die mineralogischen Standardwerte der jeweiligen Art. Sie sind keine Messungen an einem bestimmten Stein und stehen auf keinem Bericht. Die Spalte steht hier, um zu zeigen, dass es sich um verschiedene Mineralarten handelt, und nicht, um eine Reihenfolge aufzustellen; über die Schlagempfindlichkeit sagt sie nichts.
Das Praktische daran: Wenn ein Angebot nur „Katzenauge“ sagt und die Mineralart nicht nennt, fragen Sie nach der Mineralart, bevor Sie sonst irgendetwas tun. Der unqualifizierte Begriff soll Chrysoberyll bedeuten, und ein Stein, der etwas anderes ist, ist eine andere Mineralart zu einem anderen Preis. Wir nennen die Mineralart auf jeder Listung, und Sie dürfen das von jedem verlangen.
Ein Hinweis für den deutschsprachigen Markt: Besonders häufig taucht hier das Quarz-Katzenauge auf – oft als „Katzenauge“ in Schmuckanzeigen, in Esoterik- und Steinhandlungen und auf Marktplätzen, wo keine Mineralart genannt wird. Quarz-Katzenauge ist ein legitimer Stein, der seinen eigenen Markt hat. Er ist nur eben Quarz, und er kostet einen Bruchteil. Die beiden auseinanderzuhalten ist mit Brechungsindex und Härteprüfung für ein Labor trivial und mit bloßem Auge für einen Laien nicht immer möglich.
Das Chrysoberyll-Katzenauge – Lahsuniya – ist im Jyotish der Stein des Ketu, des absteigenden Mondknotens, der mit Spiritualität, Loslösung, Karma aus früheren Leben und Moksha verbunden wird. Es gehört zu den neun Navratna-Steinen und wird besonders Menschen empfohlen, deren Horoskop Ketu als prägende oder herausfordernde Kraft zeigt.
Diese Nachfrage ist auch im deutschsprachigen Raum da, und sie wird in deutschen Edelsteinratgebern praktisch nie behandelt. Deshalb steht sie hier. Wir beschreiben, was die Tradition verlangt; wir erteilen keine astrologische Beratung und sagen Ihnen nicht, welcher Stein zu Ihrem Horoskop passt. Die Vorgaben Ihres Jyotishi gehen jeder Angabe auf dieser Seite vor.
Die Anforderungen an Lahsuniya gehören zu den genauesten, die für einen empfohlenen Stein überhaupt formuliert werden:
Einen praktischen Punkt gibt es dabei, der speziell für Käufer in Europa zählt. Wer einen Stein nach einer Vorgabe kauft, kauft nach nachprüfbaren Merkmalen: Mineralart, Natürlichkeit, Gewicht, Vorhandensein des Phänomens. Alle vier stehen auf einem GIA-Bericht. Was dort nicht steht, ist, wie gut das Auge ist – und eine Jyotish-Empfehlung, die sich an eine „Qualitätsstufe“ hängt, hängt sich damit an etwas, das niemand ausstellt. Fragen Sie nach dem Bericht und nach dem Video, nicht nach einer Note.
Den vollständigen Rahmen für den Kauf von Edelsteinen zu Planetenzwecken behandelt unser Ratgeber zum Edelsteinkauf für Jyotish.
Chrysoberyll-Katzenauge wird nicht routinemäßig behandelt. Die Chatoyanz selbst ist vollständig natürlich – sie lässt sich in Chrysoberyll nicht durch Hitze oder eine andere Veredelung künstlich erzeugen. Eine Hitzebehandlung des Materials ist zwar möglich, wird aber kaum kommerziell angewandt, weil sie die Farbe nicht zuverlässig so verbessert, dass sich das Risiko für den Stein lohnt. Die faserigen Einschlüsse, die das Auge erzeugen, werden von einer üblichen Hitzebehandlung nicht aufgelöst – anders als die Rutilseide im Saphir –, Hitze zerstört das Phänomen also nicht.
Die Behandlungsfrage ist hier damit kleiner als beim Saphir oder beim Rubin. Sie ist trotzdem keine Frage, die man aufhören sollte zu stellen, und sie ist keine, die dieser Beitrag für einen bestimmten Stein beantworten kann. Die Behandlung steht auf jeder Listung, Labor und Berichtsnummer stehen dort, wo ein Bericht vorliegt, und wo keiner vorliegt, sagen wir das ausdrücklich. Für den einzelnen Stein ist die Produktseite die Antwort und nicht diese Seite.
Im Deutschen ist diese Unterscheidung schärfer zu ziehen als im Englischen, weil beide Wörter mit un- beginnen und gleich beruhigend klingen. Sie sagen Verschiedenes:
Die Hausregel dazu lautet: Wir nennen den Wärmestatus immer „unerhitzt (keine Hitzebehandlung)“ und verwenden „unbehandelt“ nur dort, wo wirklich keinerlei Behandlung vorliegt. Und wir machen den engeren Satz nie zum weiteren. Wer Ihnen „unerhitzt“ zusagt und Sie „unbehandelt“ verstehen lässt, hat zwei verschiedene Zusagen ineinandergeschoben.
Dazu gehört ein zweiter Punkt, der im deutschsprachigen Handel selten offen ausgesprochen wird: Wer die Aussage macht, ist Teil der Aussage. Steht „unbehandelt“ als Befund auf einem Laborbericht, ist es die Feststellung des Labors. Steht es auf einer Händlerlistung, ohne dass ein Bericht es trägt, ist es die Angabe des Händlers. Beides kann richtig sein; es sind nur nicht dieselben Zusagen, und sie tragen nicht gleich weit. Unsere eigenen Chrysoberylle verkaufen wir als unbehandelt, und das ist unsere eigene Angabe und kein Befund auf dem Bericht. Die Produktseite sagt genau das, mit diesen Worten.
Einen Marktanteil für behandeltes Chrysoberyll-Katzenauge veröffentlichen wir nicht. Eine solche Zahl ließ sich auf GIA, AGTA, SSEF, GIT oder Lotus nicht zurückführen, und auch die Begründung, die üblicherweise daneben steht – Hitze zerstöre die Einschlüsse, die das Auge erzeugen –, veröffentlicht keines dieser Häuser.
Chrysoberyll-Katzenauge wird von mehreren weniger wertvollen Materialien nachgeahmt, und synthetischen Chrysoberyll gibt es. Bei jedem nennenswerten Kauf sollte das geprüft werden.
Worauf Sie achten sollten:
Für Käufer im deutschsprachigen Fernabsatz kommt ein Punkt hinzu, der die Sache entschärft: Beim Kauf im Internet besteht ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. Ein Stein, der sich bei Ankunft als etwas anderes erweist als beschrieben, ist ohnehin ein Fall für die Gewährleistung; aber auch ohne jeden Mangel können Sie innerhalb der Frist zurücktreten. Ein Verkäufer, der Ihnen eine schriftliche Auskunft zur Mineralart verweigert, ist damit zweimal auffällig.
Zu jedem Chrysoberyll-Katzenauge, das wir führen, liegt ein eigener GIA-Bericht vor. Es lohnt sich, einmal genau hinzusehen, welche Felder ein solcher Bericht zu diesem Material überhaupt kennt, weil die Antwort die halbe Diskussion über Qualität erledigt.
Ein GIA Cat's Eye Chrysoberyl Report hält fest:
Und jetzt die andere Hälfte, die seltener gesagt wird. Was dieser Bericht nicht enthält:
Dazu kommt die Aussage, die den Charakter des Dokuments insgesamt beschreibt und die man im Deutschen gern stärker liest, als sie gemeint ist: Ein Labor gibt eine Meinung ab, keine Bestätigung. Wo die GIA sich zur Herkunft äußert, setzt sie den eigenen Vorbehalt daneben: "Any statement on geographic origin is an expert opinion based on a collection of observations and analytical data." Das LMHC formuliert es für alle angeschlossenen Labore allgemein: "All findings described in the report are opinions expressed by the laboratory."
Die Nummer auf dem Bericht lässt sich bei der GIA nachschlagen. Wir nennen sie deshalb auf jeder Listung, damit Sie selbst sehen, welche Felder das Dokument führt.
Dieser Abschnitt hat im Englischen keine Entsprechung, weil es das Problem dort nicht gibt. Im Deutschen werden vier Wörter für das Papier zu einem Edelstein durcheinandergeworfen, und eines davon bezeichnet etwas, das kein gemmologisches Labor ausstellt.
| Wort | Was es bezeichnet | Wer stellt es aus? |
|---|---|---|
| Laborbericht / GIA-Bericht | Die Feststellungen eines gemmologischen Labors zu einem Stein: Mineralart, Varietät, Maße, gedruckte Farbe, Phänomen, Behandlungsbefund. | GIA, Gübelin, SSEF, GRS und andere |
| Befundbericht | Dasselbe Dokument mit seinem deutschen Namen. Befundbericht ist die Bezeichnung, die die DSEF in Idar-Oberstein selbst verwendet, und damit die sauberste deutsche Form. | DSEF und andere deutschsprachige Labore |
| Zertifikat | Im Sprachgebrauch eingebürgert, sachlich schief. Ein Zertifikat bescheinigt die Einhaltung einer Norm. Ein Labor stellt keine Normkonformität fest, sondern beschreibt einen Stein. | niemand – es ist ein Alltagswort, kein Dokumententyp |
| Gutachten | Die begründete Beurteilung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, in der Regel mit einem Wertbetrag darin. Kein gemmologisches Labor stellt so etwas aus – weder die GIA noch die DSEF. | ein Sachverständiger, nicht ein Labor |
| Wertgutachten | Die Wertermittlung für Versicherung, Erbauseinandersetzung oder Verkauf. Das ist ein eigener, zweiter Auftrag und etwas anderes als die Bestimmung des Steins. | ein Versicherungsgutachter oder Sachverständiger – hier ist das Wort richtig |
Praktisch heißt das: Wer Ihnen zu einem Stein ein „Gutachten“ ankündigt und Ihnen dann einen Laborbericht aushändigt, verwendet das falsche Wort für das richtige Papier. Das Papier ist in Ordnung – die Ankündigung war es nicht. Und wer Ihnen einen Stein als „GIA-zertifiziert“ anbietet, verwendet ebenfalls ein Wort, das die GIA selbst nicht verwendet: Die GIA berichtet, sie zertifiziert nicht. Wir schreiben deshalb GIA-Bericht.
Wer die Wörter tauscht, muss im Deutschen auch die Grammatik mittauschen, und das vergisst fast jeder: Das Gutachten ist sächlich, der Bericht ist männlich. Aus ein Gutachten, das die Herkunft nennt wird ein Bericht, der die Herkunft nennt – das Relativpronomen wechselt mit, und genau das wird beim Umformulieren übersehen. Ein Text, in dem beides durcheinandergeht, ist meist ein Text, in dem jemand ein Wort ersetzt und den Satz nicht noch einmal gelesen hat.
Für Farbsteine gelten im deutschsprachigen Raum Gübelin und SSEF als die ersten Adressen, daneben die DSEF in Idar-Oberstein. Zu unseren Chrysoberyll-Katzenaugen liegt keiner dieser drei Berichte vor; was vorliegt, sind GIA-Berichte, und wir nennen die Nummern, damit Sie sie selbst nachschlagen können. Unsere eigene Regel zu den Unterlagen lautet, dass wir jeden Stein oberhalb von 500 $ zur GIA schicken – das ist unsere Schwelle und kein Marktstandard.
Ein Hinweis zum Wertgutachten, weil die Frage bei einem Stein in dieser Größenordnung früher oder später kommt: Wenn Sie das Stück versichern wollen, verlangt Ihre Versicherung unter Umständen eine Wertermittlung. Das ist ein zweiter, eigener Auftrag an einen Sachverständigen oder Versicherungsgutachter, und ein Laborbericht ersetzt ihn nicht – er ist die Grundlage dafür. Umgekehrt ersetzt eine Wertermittlung auch keinen Laborbericht, weil sie den Stein nicht bestimmt.
Zargenfassung. Für ein Chrysoberyll-Katzenauge empfehlen wir eine Zargenfassung, die die Rundiste umschließt. Sie schützt den Rand der Kuppel vor dem Anstoßen, dem ein freiliegender Cabochonrand ausgesetzt ist, und sie rahmt das Auge, ohne dass etwas über die Oberseite läuft. Eine Zarge in Gelbgold um ein warm honiggelbes Katzenauge ist eine klassisch schöne Verbindung.
Krappen. Krappen funktionieren, wenn sie tief an der Rundiste sitzen und nicht über die Kuppel greifen. Niedrige Krappen, die den Scheitel vollständig frei lassen, sind in Ordnung; hohe Krappen, die einen Teil der Kuppel verdecken, unterbrechen den Lichtweg und damit das Phänomen.
Das ist unsere eigene Empfehlung aus dem Umgang mit diesen Steinen – kein Labor veröffentlicht Hinweise zu Fassungen, und wir geben hier auch keine wieder.
Metall. Gelbgold ist der natürlichste Partner für eine warme honiggelbe Körperfarbe: Das warme Metall nimmt die Wärme des Steins auf, statt gegen sie zu arbeiten. Weißgold und Platin setzen einen kühlen Kontrast, der die Chatoyanz optisch stärker hervortreten lassen kann. Silber ist im Jyotish das traditionelle Metall für Lahsuniya. Auf die Verschleißfestigkeit des Steins hat die Metallwahl keinen Einfluss; das ist eine Frage des Geschmacks und keine der Haltbarkeit.
Pflege. Die GIA veröffentlicht ihre Pflegeposition zu Alexandrit, und Alexandrit ist Chrysoberyll: warmes Seifenwasser sei immer sicher, Ultraschall- und Dampfreiniger in der Regel ebenfalls. Wir sind bei einem Katzenauge zurückhaltender als das, und wir sagen das lieber deutlich, als es so aussehen zu lassen, als wäre die GIA unserer Meinung. Wir reinigen diese Steine mit warmem Seifenwasser und einer weichen Bürste und lassen den Ultraschall stehen: Das Auge hängt an der Politur der Kuppel, und bei einem Stein, den wir nicht selbst gefasst haben, sehen wir nicht, wie er gehalten wird. Das ist unsere Vorliebe und keine Warnung, die auf einem Bericht steht. Bewahren Sie das Stück getrennt von härteren Steinen auf, damit im Kasten nichts die Kuppel zerkratzt.
Mit Mohshärte 8,5 und ohne eine für den Cabochon maßgebliche Spaltrichtung fassen wir diese Steine ohne Bedenken in einen Ring, der täglich getragen wird. Wie sich das im Einzelnen auswirkt, behandelt unser Ratgeber Chrysoberyll-Katzenauge im Verlobungsring: Eignet es sich? Zur Pflege gefasster Steine allgemein: unser Ratgeber zur Pflege eines Saphir-Verlobungsrings, der Cabochons mit abdeckt.
Und nun der praktische Teil. Die folgenden Formulierungen begegnen Ihnen in deutschsprachigen Angeboten zu diesem Stein regelmäßig. Jede einzelne ist ein Grund nachzufragen – nicht unbedingt ein Betrugsindiz, aber ein Zeichen, dass jemand eine Angabe macht, die er nicht belegen kann.
| Was dort steht | Was daran nicht stimmt | Was Sie fragen sollten |
|---|---|---|
| „Katzenauge“ ohne Mineralart | Der unqualifizierte Begriff soll Chrysoberyll meinen, wird aber auch für Quarz, Apatit und Glas verwendet – bei einem Bruchteil des Preises. | „Welche Mineralart ist das, und steht sie schriftlich auf der Rechnung?“ |
| „Güteklasse AAA“, „Spitzenqualität“, „Handelsklasse 1“ | Es gibt für dieses Phänomen keine veröffentlichte Skala. Die Stufe stammt vom Verkäufer. Nach § 5 UWG wäre eine Fundstelle zu nennen – es gibt keine. | „Wer hat diese Skala veröffentlicht, und wo kann ich sie nachlesen?“ |
| „GIA-zertifiziert“ | Die GIA berichtet, sie zertifiziert nicht. Das Wort verwendet sie selbst nicht. | „Wie lautet die Berichtsnummer?“ |
| „mit Gutachten“ | Falsches Wort für das richtige Papier. Labore stellen Berichte aus, keine Gutachten. Meistens ist ein Laborbericht gemeint – manchmal aber auch gar nichts. | „Welches Labor, welches Dokument, welche Nummer?“ |
| Nur ein Preis pro Karat | Nach § 1 PAngV ist gegenüber Verbrauchern der Gesamtpreis anzugeben, nach § 3 Abs. 1 PAngV zusätzlich die Versandkosten. | „Was kostet dieser Stein insgesamt, und was kommt an Versand dazu?“ |
| „Ceylon-Qualität“ | Ceylon ist ein Handelsname für die Herkunft Sri Lanka. Eine Qualitätsstufe ist es nicht, und wer es als eine verwendet, verwischt zwei verschiedene Aussagen. | „Steht die Herkunft in einem Bericht, oder ist sie Ihre Einschätzung?“ |
| „unbehandelt“ ohne Angabe, wer das sagt | Ein Laborbefund und eine Händlerangabe tragen nicht gleich weit, auch wenn dasselbe Wort dasteht. | „Steht das auf dem Bericht, oder ist es Ihre Angabe?“ |
| „Wertanlage“, „wertstabil“, „Wertsteigerung“ | Eine Prognose über die künftige Preisentwicklung eines einzelnen Edelsteins kann niemand belegen. Wir geben keine ab. | „Worauf stützt sich das?“ |
Die Gegenprobe ist einfach, und sie ist nicht auf uns gemünzt: Lassen Sie sich jede Angabe, die Ihnen wichtig ist, schriftlich geben, und sehen Sie zu, dass dabei jeweils dasteht, wer sie macht – das Labor oder der Händler. Die beiden Quellen tragen unterschiedlich weit, und ein Verkäufer, der die Unterscheidung nicht mitmacht, hat sie entweder nicht verstanden oder nicht machen wollen.
Im Bestand ist ein Chrysoberyll-Katzenauge mit 4,25 ct, ovaler Cabochon, dokumentiert im GIA Cat's Eye Chrysoberyl Report Nr. 6247017765, zum Gesamtpreis von 9.482 $. Die GIA hat die Farbe als Greenish Yellow gedruckt, die Maße betragen 9,63 × 7,55 × 5,41 mm. Das Auge liest sich für uns als scharf und gut zentriert, und die Herkunft Sri Lanka ist unsere Einschätzung aus dem Einkauf – beides sind unsere eigenen Urteile und keine Befunde des Berichts, der sich zur Herkunft nicht äußert und ein Phänomen nicht benotet. Wir verkaufen den Stein als unbehandelt; auch das ist unsere Angabe und kein Befund des Berichts, und die Listung sagt das so.
Ebenfalls im Bestand ist ein Chrysoberyll-Katzenauge mit 2,36 ct, ovaler Cabochon, dokumentiert im GIA-Bericht Nr. 2243017776, zum Gesamtpreis von 3.792 $. Die GIA hat die Farbe als Yellow gedruckt; „honiggelb“ ist unsere Beschreibung und nicht die des Berichts. Die Maße betragen 8,79 × 8,24 × 3,38 mm. Die srilankische Herkunft ist wiederum unsere Einschätzung und wird vom Bericht nicht behandelt. Wir verkaufen diesen Stein als unbehandelt – das ist unsere Angabe und kein Befund des Berichts.
Der genannte Preis ist jeweils der Gesamtpreis für den Stein; hinzu kommen die Versandkosten: Versand in die USA kostenlos, ohne Mindestbestellwert, in alle übrigen Länder pauschal 60 $ und ab 499 $ Bestellwert kostenlos.
Unsere Preise verstehen sich in US-Dollar, ohne Einfuhrumsatzsteuer und Zoll; diese fallen bei der Einfuhr in Ihr Land an und sind bei der Zustellung von Ihnen zu zahlen.
Unsere Kollektion Chrysoberyll-Katzenauge führt ausschließlich srilankische Steine, zu jedem mit einem eigenen GIA-Bericht. Unsere Chrysoberyll-Kollektion führt diese zusammen mit facettiertem Chrysoberyll ohne Auge. Alexandrit führen wir nicht – zur Farbwechselvarietät derselben Mineralart siehe unseren Alexandrit-Kaufratgeber.
Zu anderen Phänomensteinen: unsere Kollektion Sternsaphir. Für Sammlerstücke: Steine mit GIA-Bericht.
Vor dem Kauf schicken wir Ihnen gern ein Video des Steins unter einer wandernden Lichtquelle – bei diesem Material ist das aussagekräftiger als jedes Foto und als jedes Adjektiv. Fragen zu einem bestimmten Stein, zu seinem Auge oder zur Beschaffung nach einer Jyotish-Vorgabe an crescentgems@gmail.com – wir antworten innerhalb eines Werktages. Versand in die USA kostenlos, ohne Mindestbestellwert. In alle übrigen Länder pauschal 60 $, ab 499 $ Bestellwert kostenlos. Für jede Bestellung gilt ein Rückgaberecht von 14 Tagen.
Ein Chrysoberyll, der als Cabochon geschliffen ist und über der Kuppel eine einzelne helle, wandernde Lichtlinie zeigt. Die Erscheinung heißt Chatoyanz und entsteht an dichten, parallel liegenden faserigen Einschlüssen im Inneren des Steins. Sagen Gemmologen ohne Zusatz „Katzenauge“, meinen sie diesen Stein; jede andere Mineralart, die den Effekt zeigt, wird ausdrücklich benannt – Quarz-Katzenauge, Turmalin-Katzenauge. Wie scharf das Auge an einem bestimmten Stein aussieht, ist eine Beobachtung und keine veröffentlichte Note.
So nennt der Handel eine Zweiteilung der Kuppel: Beleuchtet man den Stein von der Seite statt von oben, wirkt die eine Hälfte milchig weiß und die andere zeigt die Körperfarbe, meist Honiggelb oder Gold. Dreht man den Stein, tauschen die Hälften. Der Ausdruck ist aus dem Englischen entlehnt, er beschreibt ein Aussehen, und er ist kein Fachbegriff und keine Messgröße. Es gibt keine Stelle, die ihn definiert hätte, und kein Laborbericht hält fest, ob ein Stein ihn zeigt.
Nein. Kein Labor benotet dieses Phänomen. Die GIA schreibt selbst, sie „vergibt für Saphir und andere Farbsteine weder Noten noch Qualitätsanalysen“, und das LMHC, das die Berichtsformulierungen der großen Labore vereinheitlicht, führt 18 Informationsblätter, von denen keines die Chatoyanz behandelt. Ein Bericht hält fest, dass der Stein das Phänomen zeigt; er benotet es nicht. Jede Beschreibung des Erscheinungsbilds ist daher die Aussage des Verkäufers, unsere eingeschlossen – und deshalb schicken wir Ihnen lieber ein Video des Steins als ein Adjektiv.
Nein, und der Unterschied ist im Deutschen wichtig. Ein Gutachten ist die begründete Beurteilung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, meist mit einem Wertbetrag darin. Kein gemmologisches Labor stellt ein solches Dokument aus. Was ein Labor ausstellt, ist ein Bericht, und die DSEF in Idar-Oberstein nennt ihn zutreffend Befundbericht. Eine Wertermittlung für die Versicherung ist demgegenüber ein eigener, zweiter Auftrag an einen Versicherungsgutachter – dort ist das Wort richtig.
Weil ein Preis pro Karat nach § 1 PAngV kein Gesamtpreis ist. Der Gesamtpreis ist das, was einschließlich Umsatzsteuer und aller unvermeidbaren Bestandteile tatsächlich zu zahlen ist, und nach § 3 Abs. 1 PAngV sind die Versandkosten gesondert und deutlich auszuweisen. Eine Rechengröße pro Gewichtseinheit erfüllt beides nicht, und bei Phänomensteinen lässt sich der Preis eines größeren Steins ohnehin nicht errechnen, indem man eine Spanne mit dem Gewicht multipliziert. Wir nennen deshalb Gesamtpreise für bestimmte Steine, und der verbindliche Preis steht auf der jeweiligen Produktseite.
Nein, und die Namensähnlichkeit ist im Deutschen besonders irreführend. Beryll ist ein Silikat; dazu gehören Smaragd und Aquamarin. Chrysoberyll ist ein Oxid, mit anderem Kristallsystem und anderer Härte. Gemeinsam ist beiden nur das Beryllium im Namen. Es gibt auch ein Aquamarin-Katzenauge – das ist dann Beryll und ein anderer, günstigerer Stein.
Die beiden Wörter sagen Verschiedenes: „unerhitzt (keine Hitzebehandlung)“ betrifft nur die Wärme, „unbehandelt“ schließt jede Behandlung aus. Chrysoberyll-Katzenauge wird in der Regel nicht behandelt. Unsere eigenen Steine verkaufen wir als unbehandelt, und das ist unsere eigene Angabe und kein Befund auf dem Bericht; die Produktseite sagt das mit diesen Worten. Die Behandlung steht auf jeder Listung, Labor und Berichtsnummer stehen dort, wo ein Bericht vorliegt, und wo keiner vorliegt, sagen wir das ausdrücklich.
Nein. Alexandrit ist zwar dieselbe Mineralart – Alexandrit ist Chrysoberyll, nur mit Farbwechsel statt mit Chatoyanz –, und es gibt sogar Steine, die beides zugleich zeigen, das Alexandrit-Katzenauge. Im Bestand haben wir davon nichts. Was wir bei Chrysoberyll führen, sind srilankische Steine mit GIA-Bericht; zum Alexandrit siehe unseren eigenen Ratgeber dazu.
Die Preise werden in Ihrer Landeswährung angezeigt und können sich ändern. Einfuhrabgaben sind nicht enthalten.
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